"Im Rahmen eines Delphi-Verfahrens, basierend auf aktueller Literatur und klinischer Erfahrung, wurde zunächst ein Kriterienkatalog (´Red Flag Kriterien´) definiert, der sich primär aber nicht ausschließlich auf Vitalparameter stützt. Die gewählten Parameter zeichnen sich durch Objektivierbarkeit, einfache Erhebung und hohe prädiktive Aussagekraft hinsichtlich einer klinischen Verschlechterung aus. Beim Vorliegen eines Kriteriums erfolgt verpflichtend eine interprofessionelle Reevaluation am Patientenbett durch Pflegekraft und ärztliches Personal - inclusive gemeinsamer Entscheidungsfindung und individueller Eskalationsplanung.
Die Einführung des Red Flag Check wurde durch multimodale Kommunikationsstrategien sowie Integration in die elektronische Patientenakte begleitet.
Der Red Flag Check konnte erfolgreich in die klinischen Abläufe integriert werden und ist inzwischen fester Bestandteil der Einarbeitung neuer Pflege- und ärztlicher MitarbeiterInnen. Erfolgsfaktoren waren insbesondere die einfache Anwendbarkeit des Instruments, die klare Handlungsverbindlichkeit bei positivem Kriterium sowie die Förderung der interprofessionellen Kommunikation. Erste interne Auswertungen deuten auf eine verbesserte Früherkennung klinischer Verschlechterungen, zeitgerechtere Interventionen und eine höhere Zufriedenheit des Personals bei der Patientenversorgung hin."
Die Autoren schlussfolgern: "Der Red Flag Check stellt ein niedrigschwelliges, effektives Frühwarnsystem dar. das auf die Anforderungen des dynamischen Notaufnahmealltags zugeschnitten ist. Durch seine strukturierte Gestaltung und die verbindliche interprofessionelle Reaktion kann er als Modell für andere Einrichtungen dienen, die die Patientensicherheit durch praxisnahe Früherkennung verbessern wollen."