Das Jahrbuch Sucht 2026 berichtet über mehr als 1,5 Millionen Medikamentenabhängige in Deutschland. Am häufigsten werden Benzodiapezine und Opioide zur Stimmungsaufhellung missbraucht.
„Ein Abhängigkeitspotenzial im engeren Sinn können Arzneimittel haben, die im Hirn eine psychische Wirkung entfalten. Ein Abhängigkeitspotenzial besteht nur dann, wenn die Wirkung positiv erlebt wird und rasch nach der Einnahme eintritt. Neuroleptika (Antipsychotika) sind z.B. eine wichtige Psychopharmakagruppe, deren Wirkung von den meisten Betroffenen als eher unangenehm erlebt wird. Hier besteht daher kein Abhängigkeitspotenzial. Antidepressiva wiederum können zwar mit Stimmungsverbesserung und Antriebssteigerung positive psychische Effekte verursachen. Diese treten aber erst nach mehrwöchiger Einnahme auf;“ daher verursachen auch sie keine psychische Abhängigkeit, berichtet Prof. Dr. Tom Bschor im neuen Jahrbuch Sucht.