Die Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls („Hirntod“) ist ein zentraler Bestandteil der Intensivmedizin. Die Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) verfolgt das Ziel, durch evidenzbasierte Abläufe, strukturierte Entscheidungsprozesse und qualitätsgesicherte Standards ein Höchstmaß an diagnostischer Sicherheit und Transparenz zu gewährleisten. Im Rahmen der Arbeitstagung werden insbesondere der DGNI-Leitfaden auf essenzielle Fragen – von spinalen Reflexen über Richtwerte für Sedativa bis hin zum Nachweis zerebraler Perfusionsausfälle diskutiert.
Ein besonderer Höhepunkt ist das von Dr. med. Svitlana Ziganshyna und Dr. med. Katja Wartenberg geleitete Symposium „Brain Death and Organ Donation“, das internationale Perspektiven aus den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten und aktuelle rechtliche Herausforderungen zusammenführt. Seit 2019 verantwortet Dr. Ziganshyna am Universitätsklinikum Leipzig den Aufbau einer Stabsstelle für Organspende, die maßgeblich zur Optimierung von Abläufen, Kommunikation und Qualität im Organspendeprozess beigetragen hat.
Dr. Ziganshyna betont den hohen Wert des interdisziplinären Austauschs: „Die Arbeitstagung NeuroIntensivmedizin schafft einen einzigartigen Raum, in dem hochspezialisierte neurointensivmedizinische Expertise, ethische Fragestellungen und rechtliche Rahmenbedingungen zusammengeführt werden. Gerade für die Organspende ist dieser interdisziplinäre Austausch entscheidend, da die Qualität der Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls und die Sicherheit der klinischen Entscheidungsprozesse die Grundlage für Vertrauen, Transparenz und Akzeptanz bilden.“
Mit Blick auf die kommenden Jahre erwartet Dr. Ziganshyna tiefgreifende Entwicklungen: „Wir werden eine stärkere Standardisierung und Digitalisierung der diagnostischen Prozesse sehen, begleitet von klareren klinischen Entscheidungspfaden. Parallel gewinnt die strukturierte, frühzeitige und multiprofessionelle Kommunikation mit Angehörigen weiter an Bedeutung. In der Spenderidentifikation wird sich der Fokus weniger auf einzelne Kennzahlen, sondern stärker auf Prozessqualität, Verlässlichkeit und interprofessionelle Zusammenarbeit verschieben.“
Auch in der Diagnostik selbst hat sich viel bewegt – und ein dynamischer Fortschritt hält an: „In den vergangenen Jahren wurden insbesondere die diagnostischen Standards weiter präzisiert, Zusatzverfahren klarer eingeordnet und Fortbildungsstrukturen ausgebaut. Der nächste Schritt liegt in der konsequenten Umsetzung dieser Standards im klinischen Alltag, unterstützt durch strukturierte Schulungskonzepte, Simulationstrainings und eine stärkere Verankerung der Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls als Kernkompetenz der Neurointensivmedizin.“
Neben den Schwerpunkten zur Hirnfunktionsausfalldiagnostik bietet der Kongress ein breites wissenschaftliches Programm: 21 interdisziplinäre Symposien vermitteln aktuelle Entwicklungen der Neurointensiv- und Notfallmedizin. Zusätzlich stehen vier ärztliche Workshops auf dem Programm – darunter Simulationen zur Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls, Atemwegsmanagement sowie hämodynamischem Monitoring und Therapie. Ergänzend werden drei Pflegeworkshops angeboten, die Themen wie Monitoring in der Neurointensivpflege, Social Media in der Pflege und Crew Ressource Management („Strong Teams, Safe Care“) abdecken.
Die Aufbereitung des Themas auf der ANIM 2026:
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Donnerstag, 05.02.2025 – 12-13:30 Uhr
Brain death and organ donation -
Donnerstag, 05.02.2025 – 15-16:30 Uhr
Workshop: Simulation – Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls -
Freitag, 06.02.2025 – 13:45-15:15 Uhr
Irreversibler Hirnfunktionsausfall (IHA) -
Freitag, 06.02.2025 – 17:45-19:15 Uhr
cDCD als Teil der end-of-life-care in der Intensivmedizin
anim.de