In der gleichen Ausgabe (7/2025) berichten NephrologInnen in Einzelbeiträgen über Möglichkeiten der Trainingstherapie im präterminalen Stadium, während der Dialyse, vor und nach Transplantation - und in einer geriatrischen Rehabilitation.
Dr. Kirsten Anding-Rost und Clemens Grupp berichten u.a. über eine wissenschaftliche Studie: Kollegen "untersuchten den Effekt eines häuslichen Übungsprogramms, bei dem die Patienten angeleitet wurden, an drei dialysefreien Tagen pro Woche zweimal täglich für jeweils zehn Minuten nach dem Takt eines Metronoms zu gehen. Das Metronom diente zur Vorgabe der Schrittfrequenz, deren Höhe abhängig von der individuellen Leistungsfähigkeit festgelegt worden war.
Nach 24 Wochen zeigte sich in der Gruppe eine signifikante Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Zudem verbesserten sich auch die kognitiven Fähigkeiten und sozialen Kontakte signifikant. Allerdings beendeten etwa nur zwei Drittel der Teilnehmer das Programm; von den aktiven Teilnehmern, die 24 Wochen vollendeten, hatte nur etwa die Hälfte eine gute Adhärenz zum Übungsprogramm." Daher gehen die Autoren davon aus, dass im Normalfall, also ohne Studienmonitoring, die Trainingsbereitschaft noch weiter nachlässt.
In der DiaTT-Studie mit 1.211 DialysepatientInnen wurde jedoch "die Wirksamkeit und Umsetzbarkeit eines strukturierten Trainingsprogramms während der Dialyse gezeigt, sodass jetzt auch die wissenschaftliche Grundlage für die Einführung dieser neuen Versorgungsform in die Regelversorgung gegeben wäre. Die TeilnehmerInnen zeigten
- signifikante Verbesserungen von Kraft und Ausdauer
- Reduktion von Gebrechlichkeit (Frailty)
- Steigerung der Lebensqualität
- signifikante Reduktion von Krankenhausaufenthalten
"Das in der Studie verwendete Trainingsprogramm ist sicher, in der Routineversorgung umsetzbar, und es findet eine sehr hohe Akzeptanz bei Dialysepatienten."
In ihrem Patientenratgeber "Gesundheitstrainingsprogramm für chronisch Nierenkranke" stellen der Nephrologe Prof. Dr. Emanuel Fritschka und die Reha-Ärztin Jarmila Mahlmeister geeignete Trainingsmöglichkeiten für chronisch Nierenkranke detailliert in den größeren Zusammenhang mit Verhaltensänderungen, Entspannungsverfahren, Ernährung, Blutdruck, reduziertem Medikamentenbedarf u.a..
Nieren- und Hochdruckkrankheiten
Jahrgang 54 (2025), No. 7/2025(Juli)