Wenn die Nierenfunktion (GFR) anhaltend unter 60 ml/mim/1,73 m2 fällt oder wenn strukturelle Schäden an den Nieren erkennbar sind (z.B. stark vergrößerte Nieren bei der erblichen Zystennierenkrankheit), liegt eine Nierenkrankheit vor. Die fachärztliche Mitbetreuung durch den Nierenarzt (Nephrologen) ist angeraten, sobald die GFR unter 45 ml/min/1,73 m2 abgefallen ist oder bei einer GFR von unter 60 ml/min/1,73 m2 und gleichzeitigem Auftreten von Kriterien, die auf einen strukturellen Nierenschaden hinweisen (Eiweiß im Urin (Proteinurie), Blut im Urin (Hämaturie), Änderungen im Erscheinungsbild der Nieren oder auch ein schwerer Bluthochdruck). Dann kann rechtzeitig mit einer medikamentösen Therapie, vornehmlich bestehend aus blutdrucksenkenden Mittel wie ACE-Hemmer, die nachweislich einen nierenschützenden Effekt haben, begonnen werden. Dass die rechtzeitige Einbindung eines Nephrologen tatsächlich den Krankheitsverlauf begünstigt, konnte eine Auswertung des CKD 3-5 Registers des DN e.V. [1] zeigen. Sie dokumentierte, dass in den ersten drei Jahren 70% der Patienten ihr CKD-Stadium hielten, d.h. unter fachärztlicher Mitbetreuung eine verringerte Progression der chronischen Niereninsuffizienz auftrat.
Die Betroffenen können auch selbst aktiv werden, um ihre Nierenfunktion zu schützen. Doch dabei muss zunächst mit einem Vorurteil aufgeräumt werden: Viel trinken, um die Nieren „zu spülen“, bringt wenig, kann sogar kontraproduktiv sein. Eine randomisiert kontrollierte Studie aus Kanada [2] zeigte, dass die Erhöhung der täglichen Trinkmenge um täglich 1-1,5 Liter bei nierengesunden Menschen über zwölf Monate zu keinem signifikanten Unterschied gegenüber der Kontrollgruppe (Beibehaltung der bisherigen Trinkmenge) hinsichtlich Nierenfunktion (GFR), Albuminurie, Kreatinin-Clearance sowie dem Wohlbefinden führte. Bei Patienten mit kardialen oder renalen Erkrankungen sind Volumenüberladungen in der Regel sogar eher nachteilig – die Trinkmenge wird bei diesen Patienten individuell vom Arzt festgelegt und an diese Empfehlung sollten sich die Patienten unbedingt halten.
Was effektiv gegen einen Nierenfunktionsverlust hilft:
- Nichtrauchen
- Abnehmen bei Übergewicht
- Phosphatarme Ernährung, vegetarische Ernährung
Was höchstwahrscheinlich auch hilft:
- Sport
Pressemeldung unter: idw-online.de/de/news703089
Buch zum Thema: Fritschka, E.; Mahlmeister, J.: Gesundheitstrainingsprogramm für chronisch Nierenkranke. Pabst 2002, 196 Seiten, ISBN 978-3-936142-33-4