Kubitz berichtet in Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung: "Bei den sozialen/interpersonellen Eigenschaften scheinen die Zuverlässigkeit und emotionale Kontrolle von besonderer Wichtigkeit zu sein. Im Bereich der Kognition sind die Problemwahrnehmung und das mündliche Verständnis von zentraler Bedeutung.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Anästhesiologen als wichtige Partner in der interdisziplinären und interprofessionellen Patientenversorgung über eine hohe soziale Kompetenz verfügen müssen. Dies spiegelt sich schlussendlich auch in einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit wider. Das heißt: Ärzte, die sich für eine Aus-und Weiterbildung in Anäshesiologie interessieren, müssen soziales Feingefühl mitbringen und sich beim Arbeiten in einem Team wohl fühlen. Doch nicht nur bei der Arbeit, sondern auch im Privatleben scheinen Anästhesiologen besonderen Wert auf eine funktionierende und intakte Gemeinschaft zu legen. Schließlich gilt die Anästhesiologie als ein sehr familienfreundliches Fach mit einem hohen Anteil an Teilzeitbeschäftigten."
Anästhesiologen sind mit einem breiten fachlichen Spektrum konfrontiert: angewandte Physiologie, angewandte Pharmakologie und technisch-manuelle Prozeduren. Das schnelle Erfassen komplexer Entwicklungen ist dabei nicht nur für das Erkennen von Krisensituationen erforderlich. Essentiell ist in der interdisziplinären Arbeit das reaktionsschnelle, komprimierte Verstehen und Übermitteln mündlicher Informationen.
Interessant wird die Anästhesie auch durch die Vielzahl der Einsatzbereiche in einem jeweils anderen interdisziplinären Kontext: im Operationssaal, in der Intensivstation, der Notfallmedizin, der Schmerztherapie, der Palliativbehandlung.
J.C. Kubitz: Was charakterisiert den Anästhesiologen?
in: Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung 2/2019,
herausgegeben von R. Dembinski, H. Gerlach, K. Hankeln, W. Herbrand, W. Kuckelt, A. Weyland
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