In der Öffentlichkeit wird die Sepsis häufig mit dem Begriff "Blutvergiftung" gleichgesetzt. Tatsächlich ist eine Sepsis die schwerste Verlaufsform einer Infektion und ein medizinischer Notfall: Die Anzeichen und Symptome können unterschiedlich sein und sich im Verlauf verändern. Häufig sind Fieber oder eine ungewöhnlich niedrige
Körpertemperatur, Schüttelfrost, Verwirrtheit, Atembeschwerden, kalte oder feuchte Haut und starkes Schwitzen, starke Schmerzen sowie eine hohe Herzfrequenz, ein
schwacher Puls oder niedriger Blutdruck. Auch eine deutlich verringerte Urinausscheidung kann auf eine Sepsis hinweisen.
Besonders gefährlich ist der sogenannte septische Schock, bei dem der Blutdruck massiv abfällt und Organe nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Im schlimmsten Fall kann dies zu einem Multiorganversagen und zum Tod führen.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt das neue Qualitätssicherungsverfahren zur Sepsis. Das vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossene Verfahren soll dazu beitragen, die Qualität der Diagnostik und Therapie in den Krankenhäusern systematisch zu erfassen und weiter zu verbessern.
Von den jährlich rund 230.000 Menschen, die in Deutschland an einer Sepsis erkranken, sterben nach Angaben der Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis etwa 85.000. Das entspricht statistisch etwa einem Todesfall alle sechs Minuten. Nach Schätzungen gelten 15.000 bis 20.000 dieser Todesfälle als vermeidbar. Viele Überlebende leiden zudem an den Spätfolgen einer Sepsis.
Weiterführende Literatur