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Zur Kategorienlehre der Psychologie. Komplementaritätsprinzip – Perspektiven und Perspektiven-Wechsel

Fahrenberg, Jochen
2013, 576 Seiten, Hardcover
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In der wissenschaftlichen Psychologie entstand durch Wundt der Anfang einer speziellen Kategorienlehre, die jedoch kaum beachtet oder direkt weitergeführt wurde. Andere Psychologen entwickelten eine Vielfalt von psychologischen Fachbegriffen, doch kam es nicht, wie in der Biologie, zu einer speziellen Kategorienlehre.

Kontext, Kontrast, Emergenz, Reduktion, Interaktion und Selbstentwicklung sind herausragende Relationsbegriffe (Kategorien) und Erkenntnisprinzipien der Psychologie im Sinne Wundts. Sie haben direkte Konsequenzen für die Methodenlehre und die Forschungsstrategien und sind außerdem zur Beurteilung von Reduktionismus und Kategorienfehlern wichtig.

Komplementarität und Perspektivität sind als übergeordnete Meta-Relationen hervorzuheben. Es sind Denkformen, mit deren Hilfe kategorial verschiedene Bezugssysteme bzw. grundverschiedene Standpunkte kombiniert oder vereinheitlicht werden.

Die einander ausschließenden philosophischen Sichtweisen der Ersten Person – Dritten Person und das Dilemma von Willensfreiheit – Determinismus können als Komplementärverhältnisse interpretiert werden. Davon zu unterscheiden sind die koordinierten Perspektiven, wenn zwei Bezugssysteme in wechselseitig ergänzender Weise verbunden werden: bei der Untersuchung psychophysischer Prozesse (Bewusstsein-Gehirn-Problem) oder in einer kombinierten Forschungsstrategie (Interpretatives und Experimentell-metrisches Paradigma; qualitative und quantitative Methoden).

Die Bestimmung von koordinierten Perspektiven und der Perspektiven-Wechsel bilden fundamentale Prinzipien der Wissenschaftstheorie und Methodologie sowie der Ausbildung gerade in der Psychologie.

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