Forensische Psychiatrie als Randkultur - zwischen interkultureller Spannung und multikultureller Integration
Steinböck, Herbert (Hrsg.)
2011, 144 Seiten
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Die Behandlung ausländischer StraftäterInnen verlangt von TherapeutInnen und Pflegenden einen hohen Grad an interkultureller Kompetenz: Einerseits benötigen KlientInnen eine psychische Stabilisierung ihrer persönlichen Identität, anderseits sind sie darauf angewiesen, sich in einer fremden Welt zu orientieren und zu integrieren. Ärzte und Pflegende in der Forensischen Psychiatrie München-Haar beschreiben die Herausforderungen, Patienten nicht nur während des Stationsaufenthalts eine sichere, lebenswerte Umgebung zu bieten, sondern auch die spätere Rückkehr in ein kriminelles Drogenmilieu zu verhindern. Generell soll in der Therapie eine Distanzierung von der Drogenszene stattfinden. Dies bedeutet in vielen Fällen auch eine Abgrenzung gegenüber eigenen Familienstrukturen, die eine Abhängigkeit aufrecht erhalten können. Für Patienten, die bisher primär in der Familie und in ihrer eigenen Kultur Kontakte hatten, ist dies eine schwere Aufgabe. Ein gutes Gelingen der Resozialisierung hängt entscheidend davon ab, inwieweit es dem Patienten gelingt, in der Therapie eine neue, eigene, überzeugende, möglichst konkrete Perspektive in der ´fremden´ Heimat zu finden. Ein großerTeil der PatientInnen wurde vor, während oder nach der Migration traumatisiert; in diesen Fällen ist zusätzlich eine leitliniengerechte Traumatherapie angezeigt.
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