Sozialkonzepte im Glücksspiel – Zur Theorie und Praxis dialogischer Prävention
Brand, Henning
2026, 468 Seiten
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Glücksspiel ist faszinierend, weil es Risiko, Hoffnung und die Aussicht auf Erfolg miteinander verbindet. Gerade darin liegt jedoch auch sein Suchtrisiko: Für einen Teil der Spielenden kann die Fähigkeit verloren gehen, Risiken realistisch einzuschätzen und das eigene Spielverhalten zu steuern. Sozialkonzepte bilden das zentrale Instrument der Prävention im legalen Glücksspiel. Sie sollen dazu beitragen, problematische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Spielgäste zu unterstützen und Risiken zu begrenzen. Dieses Buch bietet erstmals eine umfassende Einführung in Theorie und Praxis von Sozialkonzepten im Glücksspiel und entwickelt zugleich eine Theorie dialogischer Prävention. Es verbindet psychologische, sozialwissenschaftliche und regulatorische Perspektiven zu einem neuen Verständnis präventiven Handelns: Nicht die Abwehr von Gefahren durch Kontrolle bildet ihren Kern, sondern die Förderung von Risikokompetenz – und damit die Ermöglichung von Selbstkontrolle. Grundlage des Buches sind mehr als zehn Jahre praktische und wissenschaftliche Arbeit im Glücksspielbereich. Es verbindet theoretische Reflexionen mit empirischen Analysen aus der Sozialkonzept- und Schulungspraxis der origo Akademie. Die zugrunde liegende Datenbasis umfasst Sozialkonzeptdaten aus 1.450 Spielhallenstandorten in Deutschland für den Zeitraum von 2015 bis 2024 sowie die Erfahrungen aus der Schulung und Begleitung von mehr als 75.000 Mitarbeitenden des Glücksspielsektors. Diese außergewöhnliche Datenbasis eröffnet einen einzigartigen Einblick in die Bedingungen wirksamer Prävention. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Risiken so bewältigt werden können, dass aus Unsicherheit nicht Gefahr, sondern Orientierung, Bewährung und Entwicklung entstehen. Wo Mitarbeitende und Spielgäste nicht als Gegner, sondern als Partner verstanden werden, entsteht die Grundlage wirksamer Prävention. Sozialkonzepte werden dann nicht als Pflichtprogramm erlebt, sondern als Ausdruck einer verantwortungsvollen Spielkultur. Prävention beginnt dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen – beim Spielen im Dialog.
Dr. Henning Brand, Diplom-Psychologe, studierte Musik, Psychologie und Soziologie in Detmold, Hilversum und Bielefeld und promovierte 2002 summa cum laude an der Universität Koblenz-Landau in Sozialpsychologie. Seit vielen Jahren arbeitet er zu Suchtprävention im Glücksspiel, Regulierung, Evaluation und angewandter Sozialpsychologie. Als Mitgründer der origo Akademie entwickelte und evaluierte er Sozialkonzepte, Schulungsprogramme und Verfahren zur Prävention glücksspielbezogener Störungen und beriet Glücksspielanbieter bei deren Umsetzung. Zudem war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Lehrbeauftragter und Dozent tätig; seine Schwerpunkte liegen in Sozialpsychologie, Motivation und Emotion, Methodenlehre und Statistik. Gemeinsam mit Günther Zeltner begründete er die Fachtagung „Suchtprävention Glücksspiel in der Praxis“ (FSGP) und publiziert zu Sozialkonzepten, Risikokompetenz, Früherkennung und dialogischer Prävention. Er lebt und arbeitet in Köln.
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