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Psychologie & Gesellschaftskritik, 2024.48:799-824
Gewaltvolle Konstruktionen von Sicherheit in deutschen Asylverfahren
Zusammenfassung:
In diesem Beitrag liegt der Fokus auf vergeschlechtlichter Gewalt im Kontext von Flucht. Anhand der Lebensgeschichte einer albanischen Frau wird nachgezeichnet, wie unterschiedliche Repräsentationen der Lebenswirklichkeit von Frauen aussehen können, die vor Gewalt aus einem »sicheren Herkunftsland« nach Deutschland fliehen. Die Analyse basiert auf der Triangulation verschiedener Daten; dazu zählen ein biographisches Interview, Dokumente und Studien. Es wird ein breiter Gewaltbegriff verfolgt, der auf Konzepte epistemischer Gewalt (Spivak), normativer Gewalt (Butler) und struktureller Gewalt (Galtung) zurückgreift. Gewalt als Kontinuum zu verstehen erlaubt, verschiedene Formen von Gewalt unabhängig von geographischen Verortungen sichtbar zu machen und so ethnisierten oder rassifizierten Interpretationen vorzubeugen. Die Untersuchung zeigt, wie die Verschränkung von Herkunft und Geschlecht bei weiblichen Geflüchteten aus »sicheren Herkunftsstaaten« vor dem Hintergrund gewaltvoller Konstruktionen von Sicherheit zu einer doppelten Unsichtbarkeit von Verfolgung in deutschen Asylverfahren führt.
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