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Psychologie & Gesellschaftskritik, 2024.48:613-637
Konflikthafte Re-Subjektivierungen. Methodologische Überlegungen zur Rolle des Subjekts in tiefenhermeneutischen Auswertungssitzungen
Zusammenfassung:
Der Beitrag diskutiert die Rolle des Subjekts in der tiefenhermeneutischen Interpretationsgruppe. Ausschlaggebend hierfür war ein Workshop, in dem ein Musikvideo (Plattenbau O.S.T. von »Zugezogen Maskulin«) tiefenhermeneutisch interpretiert wurde. Um danach zu fragen, welche Bedeutung Geschlechter- und Generationenverhältnisse sowie transgenerationale Erbschaften und Erfahrungen ost-/westdeutscher Geschichtsschreibung haben, wurde im Rahmen des Workshops eine experimentelle methodische Anpassung des klassischen tiefenhermeneutischen Auswertungssettings vorgenommen. In der Folge kam es zu einer Fragmentierung und Diffusion des tiefenhermeneutischen Interpretationsraums. Der Beitrag stellt die These auf, dass durch die Einführung einer selbstreflexiven Auswertungsrunde und die Frage nach konkreten Erinnerungen und Erbschaften in das tiefenhermeneutische Setting eine irritierende bis störende Re-Subjektivierung stattgefunden hat, die der spezifischen Form der Ent-Subjektivierung, die der tiefenhermeneutischen Interpretationsgruppe eigentümlich ist, zuwiderläuft. Damit lässt sich eine Aussage darüber tätigen, in welche Dynamiken das Subjekt typischerweise in der tiefenhermeneutischen Auswertungsrunde verwickelt wird.
Schlüsselwörter: