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Wirtschaftspsychologie, 2025.27:31-37
Missverständnisse in der Interpretation der DIN 33430 zur Eignungsdiagnostik in „Personalauswahl mit Akteuren – Beziehungsentscheidungen brauchen Subjektivität und Intuition“
Zusammenfassung:
Der Diskussionsbeitrag von Deters und Klopprogge (2025) enthält einige Missverständnisse zur DIN 33430. Die Diskrepanz, die seine Autoren zwischen den von ihnen beschriebenen Positionen und den Vorgaben der DIN 33430 zu erkennen glauben, lässt sich so im Normtext selbst und auch im erläuternden Kommentar zur DIN 33430 gar nicht finden. Auch die wesentlichen im Beitrag gezogenen Schlussfolgerung und Vorschläge sind in der DIN 33430 bereits vorweggenommen. Erfreulich ist daran, dass die Autoren, ausgehend von einer anderen Herangehensweise an das Thema, zum Schluss zu den gleichen Empfehlungen kommen wie die Norm. Bedauerlich ist, dass der Diskussionsbeitrag den Anschein erweckt, es bestünde ein Gegensatz zwischen den Vorgaben der DIN 33430 und etwas so Selbstverständlichem, wie der Entscheidungsfreiheit der Akteure bei ihren Personalentscheidungen. Das Gegenteil trifft zu: die Entscheidungsfreiheit der Akteure bei ihren Personalentscheidungen wird von der DIN 33430 schon seit ihrer ersten Fassung 2002 ausdrücklich unterstützt und betont.
Die Spielräume, die Deters und Klopprogge meinen ausdrücklich fordern zu müssen, bestehen selbstverständlich in vollem Maße und sind jedenfalls nicht durch die DIN 33430 verstellt, eingeschränkt oder gar bedroht.
Diese Missverständnisse der DIN 33430 versucht der vorliegende Beitrag zu korrigieren. Anhand der aktuellen Diskussion über den Fachkräftemangel wird beispielhaft verdeutlicht, dass das zentrale Problem vieler Unternehmen nicht darin liegt, dass Entscheidungsspielräume ungenutzt bleiben, sondern dass es ganz im Sinne der Ziele der personalverantwortlichen Entscheider:innen und Unternehmer:innen einen Bedarf an handwerklich besserer Eignungsdiagnostik gibt. Abschließend wird gezeigt, dass die von Deters und Klopprogge vorgestellte Lösung bereits seit 2002 in der DIN 33430 als ausdiskutierter Konsens von Wissenschaft und Praxis erklärt ist.
Schlüsselwörter:
Misunderstandings about the understanding of DIN 33430 for aptitude diagnostics in “Personnel selection with actors - relationship decisions need subjectivity and intuition”
Abstract:
The commented article contains some misunderstandings about DIN 33430. The discrepancy that Deters und Klopprogge believe to exist between the positions described and the specifications of DIN 33430 cannot be found in the standard text itself. The main conclusions and suggestions drawn in the article are also already anticipated in DIN 33430. What is pleasing is that Deters und Klopprogge take a different approach to the topic and arrive at the same recommendations as the standard. It is regrettable however, that the article gives the impression that there is a contradiction between the requirements of DIN 33430 and something as self-evident as the actors' freedom of choice in their people decisions. The opposite is true: DIN 33430 has expressly supported and emphasized the freedom of actors in their people decisions since its first version in 2002.
The leeway that Deters und Klopprogge believe they must expressly demand naturally exists in full and is in any case not obstructed, restricted or even threatened by DIN 33430.
This commentary clears up these misinterpretations of DIN 33430. The current discussion about the shortage of skilled workers is used as an example to illustrate that the central problem of many companies is not that freedom of decision-making remains unused, but that there is a need for better quality aptitude diagnostics in line with the objectives of decision-makers and entrepreneurs responsible for hiring decisions. Finally, it is shown that the solution presented by the authors has been reflected in DIN 33430 since 2002 as the broadly discussed consensus of science and practice.
Keywords: