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Psychologie & Gesellschaftskritik, 2024.48:639-659
Verstrickt in konfligierenden Anforderungen: Unwohlsein und Unsicherheit als methodologische Herausforderungen und Potenziale für qualitativ Forschende in normativ aufgeladenen Forschungsfeldern
Zusammenfassung:
Der Beitrag fokussiert Gefühle im Kontext qualitativer Forschung. Qualitative Forschung wird als komplexes Beziehungs-, Interaktions- und Anforderungsgeschehen verstanden, das mit unterschiedlichen, mitunter konfligierenden Positionierungen einhergeht und Irritationen bis hin zu Unsicherheit und Unwohlsein auslösen kann. Konkret betrachte ich eine Gesprächssituation mit einer Gastfamilie für unbegleitete minderjährige Geflüchtete – Ein Beziehungsgefüge, das paradigmatisch für ein normativ aufgeladenes Forschungsfeld steht. Konfligierende Anforderungen und ihre Begleitgefühle werden auf zwei Ebenen betrachtet, die miteinander verflochten sind. Zum einen werden aufkommende Spannungen in der Forschungssituation selbst in den Blick genommen und zum anderen solche, die zwischen Forschenden im Verhältnis zu internalisierten, konfligierenden Anforderungen ihrer wissenschaftlichen Disziplinen entstehen können. Gefühle können Forschende hemmen und methodologisch herausfordernd sein, zugleich jedoch Einblick in Charakteristika des Forschungsfelds und konfligierende, disziplinspezifische Handlungsanforderungen geben.
Schlüsselwörter: