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Interventionen bei Störungen des Erwerbs arithmetischer Konzepte

Simon, H.
2007, 236 Seiten
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978-3-89967-381-4
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Sowohl in Untersuchungen zur Gewahrwerdung von Regelmäßigkeiten im Rahmen experimentalpsychologischer Paradigmen als auch in Studien zum Erlernen mathematischer Zusammenhänge wurde beobachtet, dass der verbalen Verfügbarkeit von Regelmäßigkeiten eine unbewusste Nutzung derselben vorausgeht. Die Bewusstwerdung der Regelmäßigkeiten innerhalb inzidenteller Lernsituationen ist anscheinend an die Wahrnehmung unerwarteter Ereignisse (beispielsweise Verletzungen der Erwartungshaltung bzgl. eines Ergebnisses oder bzgl. der Bearbeitungsgeschwindigkeit) gekoppelt, die eine Suche nach dem Grund für das Auftreten des Ereignisses und nachfolgend einer Attribution auf die versteckte Regelmäßigkeit auslöst.
Die in dieser Arbeit vorgestellten Interventionen bei Störungen des Erwerbs arithmetischer Konzepte operationalisieren die Ergebnisse der oben angesprochenen Studien, wie sie in der Unexpected-Event-Hypothesis zusammengefasst werden, in drei Schritten. Dazu wird im ersten Schritt das G´S-Modell abgeleitet, welches den Erwerb eines neuen Konzepts unter Berücksichtigung der möglichen Wechselwirkungen mit bereits vorhandenem Wissen in Phasen unterteilt. Aus der Unexpected-Event-Hypothesis werden für jede Phase innerhalb des Modells die geeigneten didaktischen Reaktionen der Lehrperson aufgeführt und begründet.
Im zweiten Schritt werden die Bezüge zwischen den mathematischen Konzepten untereinander und ihre Bezüge zu den grundlegenderen Handlungskonzepten und allgemeinen Fähigkeiten und Fertigkeiten dargelegt und Möglichkeiten vorgestellt, aus vorhandenem Wissen und Konzepten neue Konzepte zu erreichen. Dies ermöglicht die Planung von zielgerichteten Maßnahmen, innerhalb derer die Kinder, von ihren momentanen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Konzepten ausgehend, die gewünschten Zielkonzepte - eventuell über Zwischenziele - selbständig entwickeln können.
Der dritte Schritt besteht darin, dass konkrete Lernhilfsspiele vorgestellt werden, die zur Entwicklung nicht nur der mathematischen Konzepte, sondern auch der in der Konzeptstruktur angesprochenen zugehörigen Handlungskonzepte und sogar der grundlegenderen Fähigkeiten und Fertigkeiten dienen.
Bei dieser Arbeit handelt es sich also um einen vollständigen Satz von Interventionsmaßnahmen zur Bearbeitung von Problemen im Erlernen von arithmetischen Konzepten und ihre Herleitung aus der Lernforschung. Die Interventionen können sowohl bei der Therapie von Kindern mit den unterschiedlichen Subtypen von Dyskalkulie/Rechenschwäche als auch bei Kindern mit thematisch eng begrenzten Verständnisproblemen Anwendung finden.

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