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Grundlagen zur Einheilung und Morphologie der Kutisplastik als Bauchwandersatz im Tierexperiment

Reith, H.-B.
1998, 156 Seiten
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978-3-933151-51-3
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In einer tierexperimentellen Untersuchung wurde die Einheilung und Morphologie der Kutisplastik als Bauchwandersatz unter verschiedenen Einheilungsbedingungen geprüft. Untersucht werden sollten der Mechanismus und Ablauf der Revaskularisation und die Phasen der Einheilung.
Bei insgesamt 39 Versuchstieren wurde in Allgemeinnarkose ein Bauchdeckendefekt durch Resektion der Muskeln, Faszien und Aponeurosenschicht ausgeführt. Die Resektion des Hautmantels erfolgte zur Anlage einer Kutisplastik aus diesem Material.
Die Einheilung einer Kutisplastik konnte in der Morphologie eindeutig aufgeklärt werden. Sie erfolgt über die Ausbildung einer fibrinösen Einscheidung der Kutisplastik mit nachfolgender Entwicklung eines Granulationsgewebes. Zwei Mechanismen laufen anschließend parallel nebeneinander ab. Erstens die Revaskularisation von allen Seiten der Plastik über Kapillaren und Gefäße in die Netzmatrix des Koriums. An dieser Stelle können sich die Gefäße parallel der Fasern schnell ausbreiten oder erhalten Anschluß an das vorhandene Gefäßsystem. Innerhalb von drei bis vier Tagen ist eine fast vollständige Kapillarisierung eingetreten. Nach 14 Tagen ist die Gefäßversorgung des Transplantates abgeschlossen.

Der zweite Teil ist die Einwanderung von Granulozyten und Makrophagen in das Transplantat. Diese lösen die Bestandteile der Kutis, zuerst Epidermis und Hautanhangsgebilde später den größten Teil des Koriums, auf. Es beginnt eine "funktionelle ortsständige Metaplasie", die nach ca. 6 bis 8 Wochen weitgehend abgeschlossen ist. Diese Metaplasie beinhaltet die Neuentwicklung eines kollagenen Fasersystems entsprechend der funktionellen Beanspruchung über ein gerichtetes Granulations- und Narbengewebe. In diesem bilden Fibroblasten erneut kollagene Fasern aus. Die Entstehung von Sehnengewebe oder Aponeurosenstrukturen ist so zu erklären.
Die Anwendung eines autologen Materials zum Verschluß von Körperhöhlen als erstes Ziel wird von der Kutisplastik in höchstem Maße erfüllt. Die guten klinischen Ergebnisse mit niedriger Komplikations- und Rezidivrate bestätigen die Anwendung dieser Methode als Bauchwandersatz.

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