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Kausalniveaus

Eine Methodenanalyse zur Kausalforschung der Psychologie
von Thienen, Julia
2013, 316 Seiten
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978-3-89967-871-0
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Die Methodenlehre wird im Fach Psychologie traditionell sehr ernst genommen. Sie ist stark mathematisiert und sozialwissenschaftlich ausgerichtet. Seit einigen Jahrzehnten spielt jedoch in der Forschung die Biopsychologie eine zunehmend prominente Rolle. Dabei ist bislang kaum aufgefallen, dass die biopsychologische Forschungsmethodik ganz anders funktioniert als die sozialwissenschaftliche. So ist das Verfahren, das man als „Experiment“ bezeichnet, in der Biopsychologie durchaus ein anderes als in der sozialwissenschaftlichen Forschung.

Mit der rasanten Expansion der Biopsychologie konnte die Subdisziplin Methodenlehre bislang kaum Schritt halten. Nach wie vor wird hier vor allem die sozialwissenschaftliche Methodik gelehrt, diskutiert und entwickelt – während die biopsychologische Methodik in all ihren Problemen, Herausforderungen und aktuellen Lösungen weitgehend unbeachtet bleibt. Auch fehlt es an Verfahrensweisen, um die Ergebnisse der verschiedenen Forschungstraditionen zu einem kohärenten Wissensgebäude zusammenzuführen.

Das vorliegende Buch macht den Versuch, hier Abhilfe zu leisten. Um das gegenseitige Verhältnis verschiedener Forschungsmethoden abzuklären, wird das Verfahren der Methodenanalyse entwickelt. So werden einige Inkonsistenzen zwischen den Ausgangsannahmen psychologischer Forschungsmethoden deutlich – und auf einer Methodenlandkarte übersichtlich dargestellt. Erste Widersprüche ergeben sich bereits innerhalb der sozialwissenschaftlichen Forschungstradition. Sie entstehen vor allem, wenn zwischen einem sehr strengen und einem sehr liberalen Kausalverständnis hin- und hergewechselt wird. Der Bruch zur neurowissenschaftlichen Forschungstradition kommt zustande, weil dort materialistische Ausgangsannahmen wegweisend sind, die in der sozialwissenschaftlichen Psychologie gegenwärtig keine Rolle spielen.

Unterschiedliche philosophische Ausgangsannahmen führen dazu, dass sogar bei gleich bleibenden Forschungszielen verschiedene methodische Handlungen als wissenschaftlich sinnvoll, seriös und angemessen eingeschätzt werden. Um der Biopsychologie und der sozialwissenschaftlich orientierten Psychologie trotz inkompatibler Ausgangsannahmen den Aufbau gemeinsamer Wissensbestände zu ermöglichen, werden Kausalniveaus eingeführt.

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