81. Jahrestagung der Interdisziplinären Studiengesellschaft (ISG)
Hierdeis, Helmwart (Hrsg.)
2025, 200 Seiten
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Presse / Leserstimmen
Mit der Wortsprache treiben Menschen evolutionäre Entwicklungen, Lernen und soziales Verhalten voran. Im Austausch differenziert sich Sprache, entwickelt sich und gewinnt an Vielfalt. Neben Information ermöglicht Sprache Abstraktion, metasprachliche Reflexion, Religion, Kunst, Konsens, emotionale Nähe.
Anderseits lässt sich Sprache deletär und listenreich nutzen: durch Verschweigen, Irreführung, Ausgrenzung, Diskriminierung, Machtexekution. Das destruktive, oft hoch wirksame Repertoire scheint in der aktuellen Krisenzeit nicht nur im politisch-sozialen Kontext zu wachsen - beschleunigt durch den Speed digitaler Medien.
Experten der Interdisziplinären Studiengesellschaft (ISG) und Gastwissenschaftler haben die Phänomene untersucht und stellen die Befunde in zwölf allgemeinverständlich geschriebenen, eindrucksvollen Beiträgen vor.
Helmwart Hierdeis ist Erziehungswissenschaftler und Psychoanalytiker und lehrte in Bamberg, Erlangen-Nürnberg, Innsbruck und Bozen-Brixen. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Historiografie der Erziehung, Bildungstheorie, Psychoanalyse und Psychoanalytische Pädagogik.
MUTTERSPRACHE (2/2026), die Fachzeitschrift der ´Gesellschaft für deutsche Sprache´, urteilt:
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Insgesamt überzeugt der Band durch seine thematisch klare, zugleich interdisziplinär-offene Anlage. Die Wirkmacht von Sprache wird nicht abstrakt verhandelt, sondern konsequent an konkrete gesellschaftliche, professionelle und kulturelle Praxisfelder rückgebunden. Die bewusste Gegenüberstellung machtanalytischer, praxisorientierter, technologischer und traditionsbezogener Zugriffe zeichnet im Band ein facettenreiches Bild sprachlicher Wirkung, das über disziplinäre Einzelperspektiven hinausweist. Die Beiträge sind überwiegend gut lesbar und klar positioniert, ohne ihre jeweiligen fachlichen Hintergründe zu nivellieren. Der Band eignet sich damit nicht nur als Dokumentation der Jahrestagung, sondern auch als Anstoß zur weiterführenden Reflexion über Sprache als wirksames Medium sozialer Deutung, professionellen Handelns und kultureller Sinnstiftung.
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Der Band richtet sich vor allem an Lehrende, fortgeschrittene Studierende sowie an Leserinnen und Leser, die sich für Fragen der Sprachwirksamkeit an der Schnittstelle von Wissenschaft, Gesellschaft und öffentlicher Kommunikation interessieren. Für die universitäre Lehre eignet er sich insbesondere als Begleitlektüre in thematisch offenen Seminaren oder interdisziplinären Lehrzusammenhängen. Weniger geeignet ist der Band hingegen für eine methodisch eng geführte Spezialforschung, die auf eine systematische Theorieentwicklung oder ein einheitliches analytisches Instrumentarium abzielt.
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