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Mitarbeiterorientierte Flexibilisierung von Arbeit durch individuelle Aushandlungen: Ein Forschungsprogramm der Angewandten Psychologie

Hornung, Severin; Glaser, Jürgen; Rousseau, Denise M.
2019, 148 Seiten
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978-3-95853-544-2
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Das Konzept der individuellen Aushandlungen (engl. „idiosyncratic deals“ oder „i-deals“; auch: idiosynkratische Abmachungen) ist in der angewandten psychologischen Forschung zur Erwerbsarbeit in organisationalen Kontexten zunehmend etabliert. I-deals beschreiben von üblichen Standards abweichende Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, beruhend auf Aushandlungsprozessen zwischen einzelnen Mitarbeitern und Vertretern des Arbeitgebers, wie direkte Vorgesetzte, Human Resource Manager und andere Personalverantwortliche. Inhalte individueller Aushandlungen sind vielfältig und umfassen beispielsweise persönliche Flexibilität bei Arbeitszeiten, spezielle Arbeitsaufgaben oder Karriereentwicklungsmaßnahmen. Im Unterschied zu dysfunktionalen Formen organisationaler Mikropolitik oder illegitimer Bevorzugung, basieren gelungene i-deals auf prozeduraler Gerechtigkeit und wechselseitigen Vorteilen im Spannungsfeld der Interessen von Individuum und Organisation. Zu Beginn der vorliegenden Übersichtsarbeit werden diese und weitere Annahmen, Unterscheidungen und Fragestellungen der Forschung zu individuellen Aushandlungen mit Bezug auf das Konzept der mitarbeiterorientierten Flexibilisierung skizziert. Den Schwerpunkt bildet die Darstellung und Integration einer Serie von acht empirischen Studien zu Voraussetzungen und Auswirkungen individueller Aushandlungen in gegenwärtigen Arbeitsorganisationen. Ergebnisse beziehen sich vorwiegend auf die erfolgreiche Aushandlung individualisierter Arbeitszeit- und Entwicklungsvereinbarungen. Nach eingehender Darstellung der Einzelstudien, werden kumulative Forschungsergebnisse nach thematischen Schwerpunkten und psychologischen Konstrukten zusammengefasst. Im letzten Schritt werden die Befunde in ein konzeptuelles Metamodell integriert, das organisationale, interpersonelle und individuelle Einflussfaktoren, sowie individuell und organisational vorteilhafte Auswirkungen und vermittelnde Prozesse beinhaltet. Abschliessend werden Implikationen und Limitierungen der dargestellten Untersuchungsreihe diskutiert.

Priv.-Doz. Dr. Severin 
Hornung
Nach Diplomstudium in Wirtschaftsingenieurwesen an der Fachhochschule München und sozialwissenschaftlichem Masterstudium an der Technischen Universität München begann Severin Hornung am dortigen Lehrstuhl für Psychologie seine akademische Laufbahn und promovierte 2005 summa cum laude zum Dr. phil. An der Carnegie Mellon University in Pittsburgh verbrachte er während des Masterstudiums ein Auslandssemester, gefolgt von regelmäßigen Gastaufenthalten und einem zweijährigen Postdoc Forschungsstipendium. Daneben war er Early Career Visiting Fellow am Institute of Work Psychology der University of Sheffield und zeitweise am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der LMU München beschäftigt. Von 2009 bis 2013 war er Assistenzprofessor an der Hong Kong Polytechnic University. Zwischenzeitlich forschte und lehrte er phasenweise wiederholt an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, wo er 2017 habilitierte und seit 2019 als Universitätsassistent und Privatdozent im Fachbereich Angewandte Psychologie am Institut für Psychologie tätig ist. Mit beiden Koautoren verbinden ihn langjährige Kooperationsbeziehungen. Die gemeinsame Forschung zu mitarbeiterorientierten Arbeits- und Beschäftigungspraktiken wurde in namhaften Fachzeitschriften, Buchkapiteln und Konferenzbeiträgen international publiziert.
Univ.-Prof. Dr. Jürgen 
Glaser
Institut für Psychologie
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Austria
Univ.-Prof. Dr. Denise M. 
Rousseau
Carnegie Mellon University
Heinz College of Information Systems and
Public Policy and Tepper School of Business
USA
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