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Legalbewährung forensisch-psychiatrischer Patienten nach der Entlassung aus dem Vollzug der Maßregel gem. § 63 StGB

Dimmek, Bernd
2012, 340 Seiten
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978-3-89967-822-2
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Kriterien der Wiedereingliederung aus klinischer Sicht und die Wirksamkeit von Interventionen der Bewährungshilfe im Verlauf der Unterstellung unter Führungsaufsicht

Die Forensik tendiert – auch international – immer mehr dazu, Risikoprognosen auf immer differenziertere „Prognoseinstrumente“ zu stützen, die aus einer Vielzahl von biographischen, psychopathologischen und behandlungsbezogenen Merkmalen einen quantifizierbaren Risikoscore abzuleiten versuchen. Demgegenüber setzt sich in der Praxis des Maßregelvollzugs zunehmend die Einsicht durch, dass die individuellen Lebensbedingungen nach einer Entlassung aus der Unterbringung und insbesondere die Unterstützung und Kontrolle der Patienten im Rahmen der Bewährungshilfe und der ambulanten Nachsorge mindestens ebenso relevant für die zukünftige Straffreiheit der Patienten sind.
Die vorliegende Arbeit untersucht den Erfolg der Legalbewährung psychisch gestörter Straftäter, die gem. § 63 StGB in einem forensisch-psychiatrischen Krankenhaus  behandelt und in den Jahren 1985 bis 1993 von dort in Freiheit entlassen wurden. Sie stützt sich auf die Krankenakten der Klinik, eine Auswertung der Strafregisterauszüge und eine Auswertung der Akten und Aufzeichnungen der Bewährungshilfe.
Die Ergebnisse der 5-Jahres-Katamnese zeigen, dass Auffälligkeiten im Sinne von Verstößen gegen Bewährungsauflagen oder gegen andere Vereinbarungen zwar auf risikoträchtige Entwicklungen hindeuten können, sie führen jedoch nicht zwangsläufig zu erneuten Straftaten. Welche Konsequenzen aus solchen Verstößen folgen, hängt nicht zuletzt davon ab, in welcher Weise das Hilfe- und Kontrollsystem der Bewährungshilfe darauf reagiert.
Als ebenso wichtig erwies sich, dass die seitens der Behandler als Voraussetzung einer positiven Prognose angesehenen Gegebenheiten während des  Wiedereingliederungsverlaufes im Blickfeld der Nachsorge bleiben. Den Legalprognosen der Klinik, so ein Fazit der Untersuchung, kommt damit eine entscheidende Bedeutung zu: Nur wenn die darin konkretisierten Lebensbedingungen des Patienten, seine individuellen Risikofaktoren und Hilfs- und Unterstützungsbedarfe kommuniziert und in der Nachsorge auch kontrolliert werden, lässt sich das individuelle Rückfallrisiko wirksam reduzieren.

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