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Prävention ist alles: Die Hälfte aller Krebserkrankungen sind vermeidbar

Ob ein Mensch an Krebs erkrankt, ist entgegen landläufiger Meinung keinesfalls ausschließlich dem Schicksal überlassen. Ute Mons und Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben erstmals berechnet, wie viele Krebsfälle in Deutschland auf einzelne (vermeidbare) Risikofaktoren zurückzuführen sind. Die Zahlen sind erstaunlich: Die Forscher schätzen, dass mehr als 50 Prozent der Krebsneuerkrankungen vermeidbar sind, wenn die Betroffenen die größten Krebsrisikofaktoren vermeiden und auf Früherkennungsmaßnahmen (z.B. Darmspiegelung) zurückgreifen würden.

Zu den größten Risikofaktoren für eine Krebserkrankung zählen ein hoher Alkoholkonsum, Übergewicht, ein Mangel an Bewegung, ungesunde Ernährung, Infektionen und ausgewählte Umweltfaktoren (z.B. Feinstaub, Passivrauchen). Allein diese Punkte bedingen wahrscheinlich mehr als ein Drittel aller Neuerkrankungen.

Auch Prof. Dr. Hermann Delbrück, Arzt für Hämatologie und Onkologie sowie Sozialmedizin, hebt, u.a. in seinem Buch „Krebsprophylaxe für Frauen“, die immense Wichtigkeit präventiver Maßnahmen hervor. Er macht deutlich, dass jeder Mensch ein bestimmtes persönliches Erkrankungsrisiko trägt, das er bis zu einem gewissen Grad selbst beeinflussen kann. Beispiel Brustkrebs: Es gibt einige gesicherte Faktoren, die das Auftreten dieser sehr häufigen Krebsart begünstigen, etwa starkes Übergewicht, länger andauernde Hormonersatztherapien, ein hoher Insulinspiegel, Strahlenbelastungen, Bewegungsmangel, Alkoholkonsum. Dabei gibt es auch Schutzfaktoren, z.B. Schwangerschaften, Stillen – und natürlich entsprechende ärztlich begleitete Krebsvorsorge- bzw. Früherkennungsmaßnahmen.

Delbrück appelliert vor allem an Ärzte und andere Mitarbeiter des Gesundheitswesens, eine bessere Aufklärung und Betreuung von Patienten zu leisten und über Prioritäten bei der Krebsvorsorge nachzudenken. Auch Mons und Brenner vom DKFZ sehen neben den persönlichen Möglichkeiten der Risikominimierung ein großes, noch ungenutztes Potential in der medizinisch begleiteten Krebsprävention. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ, weiß allerdings, dass erfolgreiche Vorbeugung für das Gesundheitssystem nicht zum Nulltarif zu haben ist: „Die Fortschritte in der Krebstherapie haben (…) ihren Preis.“ Aber auch: „Langfristig wird sich Vorbeugen auszahlen, auch gesundheitsökonomisch.“

 

idw-online.de/de/news701441

Hermann Delbrück: Krebsprophylaxe für Frauen. Pabst 2017, 283 Seiten, Paperback ISBN 978-3-95853-258-8Aktuelles, eBook 978-3-95853-258-8

 

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