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Fresenius Kabi prozessiert gegen die Hinrichtung eines Gefangenen per Kaliumchlorid

Das deutsche Pharmaunternehmen Fresenius Kabi versucht, per Gerichtsbeschluss die Exekution des Amerikaners Dean Moore im US-Bundesstaat Nebraska zu verhindern.

Moore wurde 1974 wegen der Ermordung von zwei Taxifahrern zum Tod verurteilt. Er focht das Urteil, unterstützt von Gegnern der Todesstrafe, jahrzehntelang an. Als die Rechtsmittel ausgeschöpft waren, wurde der Hinrichtungstermin auf den 14. August 2018 terminiert.

Als Cocktail disponierten die Exekutoren das Beruhigungsmittel Diazepam, das Betäubungsmittel Fentanylcitrat und das Muskelrelaxans Cisatracurium. Den Herzschlag beendet die vierte Substanz: Kaliumchlorid (30 milliliter).

Fresenius Kabi ist nach eigenen Angaben Hersteller der Substanz und klagt gegen ihren geplanten nicht indikationsgerechten Gebrauch. Das Unternehmen verweist darauf, sich selbst und seine Distributoren darauf verpflichtet zu haben, die Substanz nur an therapeutische Einrichtungen und nicht an Strafverfolgungsbehörden zu verkaufen; daher müsse das Medikament auf gesetzwidrigem Weg in die Hände der Vollstreckungsbehörde gelangt sein. Doug Peterson, Generalstaatsanwalt von Nebraska, lässt in seiner Stellungnahme offen, aus welchem Pharmaunternehmen das Kaliumchlorid stammt, behauptet jedoch einen gesetzeskonformen Erwerb.

Um politischen Auseinandersetzungen zu entgehen, argumentiert Fresenius Kabi, keineswegs grundsätzlich gegen die Todesstrafe agitieren zu wollen; entscheidend sei lediglich, dass Arzneien nur zu ihrer definierten therapeutischen Indikation eingesetzt werden.

Ähnlich restriktiv verhalten sich seit einigen Jahren mehrere Pharmaunternehmen und bringen die US-Justiz regelmäßig in die Verlegenheit, Verurteilte mit untauglichen Mitteln, also auf qualvolle Weise exekutieren oder die Hinrichtung aufschieben zu müssen.

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