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Fast jeder dritte Schüler hat Schlafstörungen

Fast jeder dritte Schüler leidet unter Schlafstörungen. Die Hälfte der Schüler fühlt sich tagsüber erschöpft und klagt über Müdigkeit. Das zeigt der Präventionsradar 2018 der DAK-Gesundheit. Insbesondere ältere Schüler schlafen zu wenig. So berichten Neunt- und Zehntklässler von im Durchschnitt nur rund sieben Stunden Schlaf pro Nacht.

Die Krankenkasse hat die aktuelle Schulstudie mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in sechs Bundesländern durchgeführt. Fast 9.300 Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zehn wurden dafür repräsentativ befragt. Der Präventionsradar untersucht als kombinierte Längs- und Querschnittserhebung jährlich Befinden und Gesundheitsverhalten von Zehn- bis 18-Jährigen.

Mädchen leiden häufiger unter Schlafstörungen als Jungen: Während jede Dritte mindestens einmal pro Woche Schlafprobleme hat, sind es bei den Jungen nur 24 Prozent. Je nach Klassenstufe schlafen die Befragten zu sehr unterschiedlichen Zeiten ein: Fünft- und Sechstklässler zwischen 20 und 22 Uhr, Neunt- und Zehntklässler mehrheitlich nach 23 Uhr. Etwa jeder sechste ältere Schüler gibt an, erst nach Mitternacht einzuschlafen. So kommen die Jüngeren durchschnittlich auf 9,4 Stunden Schlaf pro Nacht, Zehntklässler nur noch auf 7,3 Stunden. Das ist ein Fünftel oder 120 Minuten weniger als von Experten für diese Altersgruppe empfohlen.

„Die Schüler kümmern sich nachts um volle Akkus bei ihren Smartphones, aber sie laden ihre eigenen Batterien nicht mehr ausreichend auf“, kommentiert Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, die Ergebnisse. „Schlafmangel und Schlafstörungen werden leicht unterschätzt, dabei können sie ernsthafte Probleme verursachen.“ Tatsächlich zeigt der Präventionsradar einen engen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Stressempfinden. Je weniger Schlaf die Befragten bekommen, desto mehr fühlen sie sich gestresst. Von den Mädchen gibt fast die Hälfte (48 Prozent) an, oft oder sehr oft unter Stress zu leiden. Von den Jungen ist ein Drittel betroffen.

Eine Erklärung für die verkürzte Schlafdauer der Schüler ist die zunehmende Nutzung von Bildschirmgeräten. Der Präventionsradar zeigt: Je mehr Zeit sie vor Bildschirmen verbringen, desto weniger schlafen sie. Smartphone und andere Geräte sind schon bei Schülern der fünften Klasse beliebt. Die Mehrheit der Kinder (56 Prozent) gibt an, bis zu einer Stunde am Tag vor dem Bildschirm zu verbringen. Neunt- und Zehntklässler kommen leicht auf das Dreifache: Ein Viertel (28 Prozent) der älteren Schüler spricht von mehr als vier Bildschirm-Stunden pro Tag. Das ist die Selbstwahrnehmung der Schüler. Die Zeit, die sie tatsächlich mit Tablet, Computer, Handy und Fernseher zusammengerechnet verbringen, dürfte darüber liegen. „Die Smartphones rauben den Schülern den Schlaf“, betont Studienleiter Prof. Dr. Reiner Hanewinkel vom IFT Nord. „Unser Präventionsradar belegt den Zusammenhang von Schlafmangel und langen Bildschirmzeiten. Um Gesundheitsproblemen vorzubeugen, brauchen wir wirksame Programme für einen bewussteren Umgang mit digitalen Medien.“

Nur 35 Prozent der Schüler sind ausreichend körperlich aktiv. Nach den nationalen Bewegungsempfehlungen sollen Kinder und Jugendliche sich täglich mindestens 90 Minuten bewegen, wovon 60 Minuten das Zurücklegen von Wegen per Rad- oder Tretroller sein können. Die große Mehrheit wird diesen Empfehlungen nicht gerecht. Bei den Schülern der Klassen fünf und sechs sind Rad- und Tretrollerfahrten zwar noch verhältnismäßig beliebt: Ein Drittel fährt nach eigenen Angaben bis zu 60 Minuten pro Tag. Aber bei den Neunt- und Zehntklässlern lässt das Interesse nach. Nur noch ein Fünftel (19 Prozent) der Älteren fährt längere Strecken mit dem Rad.

Pressemitteilung der DAK Gesundheit: https://www.dak.de/dakonline/live/dak/bundes-themen/praeventionsradar-2042446.html

Literatur zum Thema:

Ravens-Sieberer, U.; Ottova, V.; Hintzpeter, B.; Hillebrandt, D.; Saier, U.; Möller, N.; Lietz, J.:
Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen: Die WHO-Jugendgesundheitsstudie für Hamburg. Pabst 2012, 180 Seiten, ISBN 978-3-89967-763-8.

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