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Logotherapie: Spiritualität ist kein Medikament

Logotherapie: Der Mensch ist aus sich selbst heraus religiös, "in seinem Unbewussten viel religiöser als er in seinem Bewusstsein ahnt." Der Psychiater Viktor Frankl sprach von einem "unbewussten Gott". Daher benötigt der Mensch insbesondere in der Psychotherapie Antworten auf auf sein "religiöses Begehren". Der Psychiater Professor Dr. Jörg Zimmermann und Kollegen reflektieren die Thematik in ihrem Reader "Psychotherapie, Naturwissenschaft und Religion".

Innerhalb wie außerhalb der Psychotherapie werden in den letzten Jahren zunehmend mehr spirituelle bzw. religiöse Ideen und Techniken - v.a. aus dem asiatischen Raum - umgesetzt. Dr. Torsten Stiehm gibt in seinem Beitrag zum Reader jedoch zu bedenken:  

"Hilfreiche Techniken sind etwas anderes als Spiritualität und Religiosität. Wohl mag in zahlreichen Studien errechnet worden sein: Wer meditiert oder betet, lebt länger - zumindest gesünder. Dennoch sind Zweifel angebracht, ob man Spiritualität und Religiosität wie Arznei verabreichen kann. Zumindest sollten wir kritisch hinterfragen, ob diese Funktionalisierung nicht eher für das konsumistische Ethos der industrialisierten Welt spricht und Gefahr läuft, zur sich selbst entleerenden und somit sinnlosen Sinnsuche zu werden, vor der uns Viktor Frankl warnt. 

Würde und Ernsthaftigkeit religiös-spiritueller Traditionen sind nicht rezeptierbar und nicht konsumierbar. Wenn es um die Seele geht, geht es um das Leben - und also um das Ureigene, das Wesentliche der Schöpfung." "Existenz weiß sich von der Transzendenz geschenkt", zitiert Jörg Zimmermann den Philosophen Karl Jaspers.

Literatur:

J. Zimmermann, W. Gräßler, C. Sülz, M. Heinze (Hrsg.): Psychotherapie, Naturwissenschaft und Religion. (Schriftenreihe für Logotherapie und Existenzanalytische Psychotherapie Band I.) Pabst, 208 Seiten. Hardcover ISBN 978-3-95853-105-5. eBook ISBN 978-3-95853-106-2 

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