Personalbeurteilung vor dem Hintergrund sozialer Kategorisierungsprozesse

Riehle, D.
1996, 216 Seiten, ISBN 978-3-931660-35-2
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Obwohl viele metaanalytische Arbeiten zur geschlechtsspezifischen Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt durchgeführt wurden, steht die Beantwortung der Frage noch aus, ob und warum Frauen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit Nachteile hinsichtlich ihrer beruflichen Laufbahn erfahren. Kann tatsächlich davon ausgegangen werden, daß unabhängig von der Subtypzugehörigkeit, Männer, aufgrund ihres biologischen Geschlechts, immer größere Karrierechancen haben als Frauen?
In drei aufeinander aufbauenden Experimenten wurde untersucht, ob bei der Beurteilung femininer und maskuliner Personentypen, variiert durch äußere Erscheinungsmerkmale, Benachteiligungen hinsichtlich karrierebezogener Faktoren auftreten.
In allen Experimenten wurde die Höhe des Karrierefaktors in Abhängigkeit von der äußeren Erscheinung getroffen. Gleichqualifizierte Frauen und Männer mit einem maskulinen Äußeren erhielten höhere Karrierechancen als Personen mit einem femininen Aussehen. Letztere wirkten aber sympathischer. Von besonderem Interesse war, welche Faktoren für die reduzierten Karrierechancen von Personen mit einem femininen Äußeren verantwortlich sein könnten. Mediationsanalysen zeigten, daß diese Benachteiligungen nicht durch verzerrte, leistungsbezogene Benotungen auftraten. Gleichermaßen hatte die Sympathiewirkung keine vermittelnde Funktion. Im Gegenteil. Obwohl die maskulin beschriebenen Personentypen unsympathischer eingeschätzt wurden, erhielten sie einen höheren Karrierefaktorwert. Unabhängig vom vorgegebenen Leistungsniveau erhielten feminine Frauen und Männer einen geringeren Karrierewert, weil ihnen in geringerem Maße maskuline Eigenschaften zugesprochen wurden und weil eine geringere Übereinstimmung mit dem Bild einer typischen Führungskraft festgestellt wurde.

Das sagen die anderen: