Erythropoietin, klinische und experimentelle Untersuchungen über diagnostische und therapeutische Einsatzmöglichkeiten
Möllmann, M.
1994, 96 Seiten
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Eine therapeutische Einsatzmöglichkeit von rHu-EPO stellt die Behandlung von Patienten dar, die zur Vorbereitung auf große Operationen, mit zu erwartenden hohen Blutverlusten, Eigenblut spenden. Ziel dieser Therapie ist es, die Spendefähigkeit zu erhalten und präoperativ trotz der vorhergehenden Blutspenden einen hohen Hämoglobin-Wert zu erzielen. In einer kontrollierten, randomisierten, multizentrischen Dosisfindungsstudie mit 52 Patienten konnte die Effektivität von rHu-EPO dokumentiert werden. Die Patienten wurden einer Kontrollgruppe und vier Behandlungsgruppen zugeteilt. Die Patienten der vier Behandlungsgruppen bekamen zweimal wöchentlich subkutan 200 U/kgKG, 300 U/kgKG, 400 U/kgKG oder 500 U/kgKG rHu-EPO appliziert. Alle Patienten spendeten einmal wöchentlich Blut, sofern der Hämoglobin-Wert größer als 11 g/dl war. Zur oralen Eisensubstitution erhielten die Patienten 200 mg Fe 2+ pro Tag. Die Patienten der Therapiegruppen, 400 U/kgKG rHu-EPO und 500 U/kgKG rHu-EPO, zeigten trotz dreimaliger Blutspenden signifikant höhere Hämoglobin-Werte (13,4 ± 1,2 und 13,3 ± 2,4 g/dl) im Vergleich zur Kontrollgruppe (11,7 ± 1,2 g/dl). Alle 9 Patienten der Kontrollgruppe zeigten nach drei Blutspenden eine Abnahme des Hämoglobin-Wertes. In den beiden Therapiegruppen, 400 U/kgKG rHu-EPO und 500 U/kgKG rHu-EPO, kam es bei 7 Patienten zu einem Hämoglobin-Anstieg unter der Blutspende und bei 12 Patienten zu einer Abnahme des präoperativen Hämoglobin-Wertes.
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