Der Einfluß von Wissensstrukturen auf konstruktive Prozesse der sozialen Urteilsbildung
Walther, E.
1997, 184 Seiten
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Es gilt als allgemeines Prinzip in der Sozialpsychologie, daß Informationsverarbeitung mit Informationsverlust einhergeht. Dies führt aber andererseits auch dazu, daß bei der Urteilsbildung fehlende empirische Information kompensatorisch durch allgemeines älteres Wissen ersetzt wird. Das Zusammenspiel von neuer (und möglicherweise geringer) Information und älterem Wissen bewirkt aber, daß Personen über die gegebene Information in konstruktiver Weise hinausgehen und spezifische Verzerrungen in ihren Urteilen aufweisen. Das heißt, konstruktive Prozesse führen zum Generieren "neuer" und manchmal falscher Information. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Grundregeln zu extrahieren, die konstruktiven Prozessen zugrunde liegen. Es kann demonstriert werden, daß selbst geringe empirische Information über eine bestimmte Zielperson (z.B. einfache Fragen zu Persönlichkeitseigenschaften) hinreichend sein können, um das Urteil über diese Person zu verändern, wenn die Urteiler über eine adäquate Wissensstruktur verfügen, mit der das Informationsdefizit kompensiert werden kann.
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