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Therapiemotivation im Maßregelvollzug gemäß § 64 StGB – Neue Kriminologische Studien, Band 21

Schalast, Norbert
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978-3-7705-3469-2
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Diese Monografie von Norbert Schalast basiert auf der Erfahrung von zwölf Jahren Arbeit mit Patienten des § 64-Maßregelvollzugs, einer Literaturauswertung und einer Untersuchung von 83 Patienten mit drei Erhebungszeitpunkten. Die Patienten wurden nach der Aufnahme und ein halbes Jahr später vom Autor interviewt und bearbeiteten Fragebögen. Nach einem Jahr berichteten die Therapeutinnen und Therapeuten den Behandlungsstand und schätzten Kooperation und Prognose ein.
Die Untersuchung steht in der Tradition kritischer Auseinandersetzungen mit einem moralisch befrachteten Motivationsbegriff (Petry, Dahle, Rauchfleisch). Als Aspekte eines dynamischen Motivationskonzepts werden Merkmale wie Problemwahrnehmung, therapiebezogene Zuversicht, Abstinenzvorsatz, Hoffnungslosigkeit und Trotzbedürfnis erfasst. Patienten und Beschäftigte werden auch um die Bearbeitung eines kurzen Bogens zur Einschätzung des Stationsklimas gebeten (dessen Entwicklung in späteren Projekten weiterverfolgt und der inzwischen in verschiedenen Versionen international publiziert wurde; siehe www.forensik-essen.de). 
Die eingesetzten Erhebungsverfahren sind vielfältig und im Anhang des Bandes ausführlich dokumentiert. Die Motivation der Teilnehmenden lässt sich letztlich auf zwei einfachen Merkmalsdimensionen beschreiben: zum einen eine scheinbar eher kognitive Dimension von Problemwahrnehmung versus Leugnung, und eine ausgeprägt emotionale Dimension, die eher zuversichtliche und abstinenzmotivierte Patienten von hoffnungslos-trotzigen unterscheidet. Vor allem das zweite Motivationsmerkmal ist deutlich mit Problemen des Behandlungsverlaufs assoziiert.
Der Autor setzt sich eingehend mit Möglichkeiten der Motivationsförderung, der Verlaufsprognose und der Verbesserung des therapeutischen Milieus auseinander. Er diskutiert auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und den diesbezüglichen Reformbedarf in der damaligen Zeit, wobei Thesen formuliert werden, die weiterhin aktuell sind.  

Aus dem Geleitwort von Udo Rauchfleisch    
„Motivation erweist sich keineswegs als der zentrale erklärende Faktor, als der er gerade im Felde der Suchttherapie oft gesehen wird. Motivation ist darüber hinaus nicht etwas, das eine Klientin oder ein Klient besitzt, sondern es ist ein prozesshaftes Geschehen, an dem Klienten, Therapeuten und das weitere Umfeld gleichermaßen beteiligt sind. Aus diesem Grund sind auch die Überlegungen, die Norbert Schalast zu einer individualisierten Strukturierung der Therapie entwickelt, von großer Relevanz. Seine diesbezüglichen konkreten Vorschläge stellen fruchtbare Anregungen für eine konstruktive Gestaltung der therapeutischen Beziehung und des institutionellen Rahmens dar …“

Dr. rer. nat. Norbert 
Schalast
Diplom-Psychologe
Institut für forensische Psychiatrie am LVR-Klinikum Essen
Universität Duisburg-Essen
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