Raffael Riegel und Kollegen empfehlen bei akutem Bedarf Ad-hoc-Ethikberatungen der verantwortlichen Mediziner und Pflegefachkräfte. Folgende Situationen erfordern eine ethische Ad-hoc-Entscheidung:
- "Das zuvor formulierte Therapieziel kann mit den zur Verfügung stehenden Maßnahmen nur fraglich erreicht werden.
- Es ist trotz aller Bemühungen unklar, ob die vorgesehenen Therapiemaßnahmen durch den (mutmaßlichen) Patientenwillen legitimiert sind.
- Die zur Verfügung stehende Zeit reicht aus für eine intensive Reflexion im Team, jedoch nicht, um eine ethische Fallbesprechung einzuberufen.
Die Bildung von interprofessionellen/interdisziplinären Teams zur Ad-hoc-Ethikberatung kann zu einer deutlichen Verbesserung der ethischen Entscheidungsfindung beitragen. Sowohl einer möglichen Über- als auch Unterversorgung kann auf diesem Wege begegnet werden; zudem sind positive Effekte auf das ethische Klima der Einrichtung zu erwarten..."