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    Jahrbuch Sucht: Etwa zwei Prozent der Bevölkerung sind medikamentenabhängig

    Das Jahrbuch Sucht 2026 berichtet über mehr als 1,5 Millionen Medikamentenabhängige in Deutschland. Am häufigsten werden Benzodiapezine und Opioide zur Stimmungsaufhellung missbraucht.

     

    „Ein Abhängigkeitspotenzial im engeren Sinn können Arzneimittel haben, die im Hirn eine psychische Wirkung entfalten. Ein Abhängigkeitspotenzial besteht nur dann, wenn die Wirkung positiv erlebt wird und rasch nach der Einnahme eintritt. Neuroleptika (Antipsychotika) sind z.B. eine wichtige Psychopharmakagruppe, deren Wirkung von den meisten Betroffenen als eher unangenehm erlebt wird. Hier besteht daher kein Abhängigkeitspotenzial. Antidepressiva wiederum können zwar mit Stimmungsverbesserung und Antriebssteigerung positive psychische Effekte verursachen. Diese treten aber erst nach mehrwöchiger Einnahme auf;“ daher verursachen auch sie keine psychische Abhängigkeit, berichtet Prof. Dr. Tom Bschor im neuen Jahrbuch Sucht.

     

    DHS Jahrbuch Sucht 2026

    „Eine vergleichsweise kurze Wirkdauer erhöht das Abhängigkeitsrisiko, weil das rasche Nachlassen der anfänglich positiven Wirkung das Bedürfnis nach erneuter Substanzeinnahme fördert. Insbesondere Medikamente, die den Effekt der neuronalen Botenstoffe GABA, Dopamin, Endorphine, oder Endocannabinoide verstärken oder imitieren, können die kurzfristigen positiven psychischen Effekte verursachen und haben daher ein Abhängigkeitspotenzial. Benzodiapezine (GABA) können beruhigen und Angst mindern, Amphetamine (Dopamin) Antrieb und Motivation steigern, Endorphine (Opiate/Opioide) Euphorie auslösen, Endocannabinoide entspannen. Die missbräuchliche Dauereinnahme schädigt nicht nur die Gesundheit der Betroffenen, sondern verursacht auch hohe Belastungen des Gesundheitssystems.

    DHS Jahrbuch Sucht 2026
    Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (Hrsg.)
    Pabst, 342 Seiten, Hardcover

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