Das Immunsystem erkennt Infekte, Verletzungen und andere Schädigungen; sofort löst es eine Entzündung aus, die der Sanierung dient: Aktivierung von Abwehrzellen, verstärkte Durchblutung, Ersatz geschädigten Gewebes durch Neubildung usw. Der verlässliche, heilsame Prozess schwächt sich zwar mit zunehmendem Alter ab, bleibt jedoch funktionsfähig.
In späteren Lebensjahren sammeln sich im Körper - zunächst risikoarme - DNA-Schäden, beschädigte Proteine, defekte Mitochondrien, abgestorbene Zellen u.a. - und setzen Gefahrensignale (DAMPs) frei. Das Immunsystem reagiert darauf mit einer dauerhaften Entzündung, die den Menschen nicht heilt, sondern schädigt: Es entsteht ein tumorförderndes Entzündungsmilieu, die Gefäßentzündung wird als Arteriosklerose wirksam, die Aktivierung des NLRP-3-Inflammasoms induziert Stoffwechselstörungen, die Mikroglia-Aktivierung löst Alzheimer aus - usw. Die Alterskrankheiten führen zum Tod.
Für Walter Land ist das Immunsystem damit einerseits ein Garant für die Gesundheit und Reproduktionsfähigkeit jüngerer Generationen; anderseits verhindert es eine Überalterung der Menschheit - und sichert damit den Erhalt sowie die Evolution des menschlichen Genoms.
Das Buch liest sich als spannende Einführung in die Immunologie, es erklärt ebenso Fachbegriffe und einzelne Details wie weitreichende gesundheitliche Wirkungszusammenhänge.
Walter Land: Die (Un)sterblichkeit der Menschheit: dem Geheimnis auf der Spur.
Pabst 362 S. Paperback ISBN 9783-89967-679-2