Die umfassende Nephroprotektion einer pflanzlichen Ernährung ist multifaktoriell. "Bedeutsam ist die günstige Beeinflussung des Säure-Basen-Gleichgewichts durch eine hohe Zufuhr von organischen Anionen wie Zitrat oder Maleat, die im Körper zu Bikarbonat metabolisiert werden. Außerdem fördert das Aminosäure-Profil pflanzlicher Eiweiße eine Absenkung des Blutdruckniveaus und des LDL-Cholesterins. Der hohe Gehalt pflanzlicher Nahrungsmittel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, an n-6-Fettsäuren und Fasern ist mit einer hohen GFR und einem geringen Risiko für die Entwicklung einer chronischen Nierenkrankheit assoziiert. Fasern können zudem die intestinale Exkretion von Kalium, Cholesterin und Phospat steigern. Mechanistisch zu betrachten ist außerdem eine anti-inflammatorische Wirkung, u.a. durch einen hohen Gehalt an anti-oxidativen Vitaminen. Schließlich wird das intestinale Mikrobiom günstig beeinflusst. ..
Die günstigen Effekte einer pflanzenbasierten Ernährung kommen auch für dialysepflichtige Patienten zum Tragen. Der vergleichsweise hohe Fasergehalt einer pflanzenbasierten Ernährung kann eine Obstipation abmildern oder verhindern und durch günstige Auswirkungen auf den Darm dazu beitragen, dass die sekretorische Kaliumausscheidung im Kolon bis zu dreifach gesteigert werden kann. Darüber hinaus kann eine fleischlose Ernährung über anti-inflammatorische Wirkungen ein Proteinmangelsyndrom vermeiden helfen und ggfs. urämischen Pruritus vermindern. Beobachtungsstudien sprechen dafür, dass in Abhängigkeit von anderen Kontextvariablen eine Assoziation mit einer verringerten Mortalität besteht ...
Prinzipiell kann Dialysepatienten eine mehr abwechslungsreiche und möglichst wenig einschränkende Ernährung eröffnet werden," resümiert Veit Busch.
Sein Beitrag erscheint im Kontext der Themenausgabe Nephrologie in Zeiten des Klimawandels, herausgegeben von S. Boedecker-Lips und S. Knöller
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