"Grundsätzlich sollte jede Anämie, wenn möglich, frühzeitig abgeklärt werden. Nicht dringende Eingriffe sollten bis zum Abschluss der entsprechenden Anämiebehandlung verschoben werden. In der Intensivmedizin beginnt die Betreuung chirurgischer Risikopatienten mit geplantem Aufenthalt auf der Intensivstation praktisch bereits präoperativ." Bei Bedarf empfehlen die Autoren den prophylaktischen "Einsatz von Eisensubstitution, die Nutzung von Algorithmen und spezialisierten Ambulanzen für eine effiziente Diagnostik und Therapie sowie den bevorzugten Einsatz von intravenösem Eisen, das insbesondere bei Zeitdruck effektiver ist als orale Präparate."
Blutverluste lassen sich durch kleinvolumige Blutentnahmeröhrchen, geschlossene Entnahmesysteme und Point-of-Care-Diagnostik wesentlich reduzieren; eine wesentliche Rolle spielt die Autotransfusion, mit der der Patient zuvor gespendetes oder während der OP verloren gegangenes Blut zurück erhält.
Mehic und Zacharowski warnen, "dass allogene Bluttransfusionen stets als ´letztes Mittel´ in der Behandlung der Anämie betrachtet werden sollten, da sie mit möglichen Nebenwirkungen verbunden sind... Eine Verzögerung der Implementierung des Blood Management Standards führt zu einer erhöhten Morbidität und Mortalität."
Kai Zacharowski (Hrsg.) Jahrbuch Intensivmedizin 2025.
Pabst, 258 S., Hardcover ISBN 978-3-95853-954-9, eBook ISBN 978-3-95853-955-6