Annette Singer u.a. geben z.B. zu bedenken: "Einmalhandschuhe dienen in aller Regel dem Schutz des Personals, also dem Arbeitsschutz. Dem Schutz des Patienten hingegen dient die Händehygiene. Das unreflektierte Tragen von Einmalhandschuhen bei Tätigkeiten, die dies nicht rechtfertigen, kann zur Vernachlässigung der Compliance für die Händedesinfektion führen und damit dem Patienten potenziell schaden. Ferner ist beim Personal mit vermehrten Hautproblemen zu rechnen. Der Verbrauch von Einmalhandschuhen ist seit der Coronaepidemie auf einem Höchststand.
Speziell in den Fachbereichen Dialyse, Gastroenterologie, Notfallambulanzen etc. ist durch den Kontakt mit potenziell infektiösem Material das Tragen von Einmalhandschuhen häufig erforderlich. Die Einhaltung einer angemessenen Händehygiene ist ein grundlegendes Element der Infektionsprävention, das nicht durch das Tragen von Handschuhen ersetzt werden kann. Es sollte Wert darauf gelegt werden, medizinisches Personal hinsichtlich der Indikationen für das Tragen von Einmalhandschuhen gezielt zu sensibilisieren und klare Verfahrensanweisungen zu implementieren ..."
"Beim Einkauf von Einmalhandschuhen wie auch bei anderen Hygieneprodukten, z.B. Mund-Nase-Schutz, sollte man auf umweltfreundliche Produkte und den Herstellungsort achten. Ca. 80% der Produkte kommen bisher aus Fernost, haben sehr lange Lieferwege und tragen daher wesentlich zur Erhöhung der CO2-Emissionen bei. Analog stehen uns mittlerweile auch innerhalb Europas vergleichbare und z.T. auch biologisch abbaubare Produkte zur Verfügung. Sicherlich wäre hier marktwirtschaftlich gesehen ein adäquates Preisniveau erzielbar."
In seinem Editorial beziffert Prof. Dr. Matthias Girndt: "Ein mittelgroßes Dialysezentrum hat einen jährlichen Energieaufwand sowie eine Ressourcennutzung, die in etwa 90 bis 95 Privathaushalten entspricht." Daher bleibt die Herausforderung, "wie die gleiche oder höhere Sicherheit mit weniger Materialaufwand erreicht werden kann ..."
Weiterführende Literatur