Icon Spezial- und allgemeine FachliteraturWissenschaftliche Spezialtitel & allgemeinverständliche Fachliteratur
Icon Versand Europa kostenlosKostenloser, europaweiter Versand
Icon sicher zahlenSichere Bezahlung via Paypal & Überweisung

    NEWS - weiterlesen

    Intensivmedizin: Mangelhafte Sepsistherapie fordert tausende Tote

    Medizin

    Intensivmedizin: Jährlich sterben in Deutschland etwa 90.000 Patienten an den Folgen einer Sepsis (= Blutvergiftung). Mit einer frühzeitigen Diagnostik und Therapie wäre ein großer Teil der Kranken zu retten, berichtet PD Dr. Matthias Gründling (Universitätsklinik Greifswald) in PLEXUS, Pflegejournal für Anästhesie und Intensivbehandlung.

    Ein Infekt löst in der Regel zum Schutz des Menschen eine Abwehrreaktion aus. Dabei kann es jedoch in Ausnahmefällen auch zu einer Fehlregulation kommen, die das Organsystem in ein Chaos entgleisen lässt. Der Mediziner spricht hier von einer Sepsis. Je früher das Sepsisrisiko erkannt wird, desto höher sind die Therapiechancen. Doch mehr als häufig werden die Diagnosemöglichkeiten in Intensivstationen verspätet oder überhaupt nicht genutzt. Daher stirbt etwa ein Drittel der Sepsis-Patienten.  

    Gründling spricht sich zunächst für ein generelles Screening potentiell gefährdeter Patienten aus. Studien belegen, dass bereits dies das Gefahrenpotential reduziert. Er beschreibt die inzwischen gut erprobten Untersuchungsmethoden, die bei einem Verdacht entscheidend weiterhelfen: "Auch wenn die Verfahren aktuell noch mit hohen Kosten verbunden sind, ist nicht weiter zu akzeptieren, dass eine für den Notfall Sepsis adäquate Diagnostik oftmals aus Kostengründen nicht eingesetzt wird."  

    Ist die Sepsis als solche erkannt, wird eine optimale Therapie erst möglich, wenn der Erreger des Infektes präzis definiert ist. Diese Aufgabe hat das mikrobiologische Labor, das häufig - selbst in Großkliniken - nachts, an Wochenenden und Feiertagen geschlossen ist. Wird dadurch die gezielte antiinfektive Therapie weiter verzögert, steigt die Gefährdung des Patienten exponentiell an. Daher gibt es für Gründling keinen Zweifel: "Es muss dringend erreicht werden, dass adäquate mikrobiologische Diagnostik 24 Stunden täglich an 365 Tagen im Jahr verfügbar ist, um in der Behandlung von Sepsispatienten Fortschritte zu erreichen."    

     

    Matthias Gründling: Eine moderne Frühdiagnostik der Sepsis gehört auf die Intensivstation.

    In: Plexus, Pflegejournal für Anästhesie und Intensivbehandlung 3/4 2018, S. 5-7  

    Icon Spezial- und allgemeine FachliteraturWissenschaftliche Spezialtitel & allgemeinverständliche Fachliteratur
    Icon Versand Europa kostenlosKostenloser, europaweiter Versand
    Icon sicher zahlenSichere Bezahlung via Paypal & Überweisung