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    Gewalt als Berufsrisiko im Gesundheitswesen: vorbeugen und deeskalieren

    Verschiedene Formen der physischen und psychischen Gewalt gegenüber medizinischen Fachkräften und Pflegefachpersonen sind keine Seltenheit. Im Rahmen der Versorgung pflegebedürftiger Menschen kann es tagtäglich zu verbalen Bedrohungen und körperlichen Gewalttaten kommen. Insbesondere sexuelle Belästigungen und Übergriffe sind ein besorgniserregender Faktor.

    Sandra Postel, geschäftsführende Vorsitzende der Pflegekammer NRW: „Nicht selten sehen sich Pflegefachpersonen mit sexuellen Belästigungen, in Form von verbalen Aussagen, aber auch unwillkommenen Berührungen und Annäherungen, die bis zu Übergriffen und Missbrauch gehen können, konfrontiert. Ein geschütztes Umfeld und wirkungsvolle Maßnahmen zur Gewaltprävention für die Berufsgruppe der Pflegenden sind daher unabdingbar. Denn Gewalt darf kein Berufsrisiko im Gesundheitswesen sein.“

    Aus Sicht der Pflegekammer NRW ist die Stärkung fachlicher und personaler Kompetenzen dabei besonders wichtig. Pflegefachpersonen sind darin ausgebildet, das Gewaltpotential sowie aggressive und gewalttätige Situationen zu erkennen und einzuschätzen. Jedoch stehen klassische Gewaltstrategien oft im Widerspruch zur Fürsorgepflicht in der Pflegesituation. „Unterschiedliche Krankheitsbilder, wie beispielsweise Delir, Demenz, Alkoholismus und psychische Erkrankungen, können eine Gewaltbereitschaft begünstigen. Fachwissen über diese, für ein erhöhtes Gewaltpotential bekannte Diagnosen und die Entwicklung einer stärkenden Haltung gibt Betroffenen mehr Sicherheit im Umgang mit grenzüberschreitenden Situationen“. Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen wird gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag zukünftig die Verantwortung für den Bereich der Fort- und Weiterbildungsordnung für die Berufsgruppe der Pflegenden übernehmen und den Erwerb von Fachexpertise zum Schutz vor Gewalt in der Erarbeitung der Ordnungen berücksichtigen.  

    Darüber hinaus spricht sich die Pflegekammer NRW auch für die Enttabuisierung des Themas bei Arbeitgebern und gezielte Deeskalationstrainings aus. Insbesondere sollten hierbei die unterschiedlichen Facetten von Gewalt thematisiert und Pflegefachpersonen auch für leise Gewaltformen sensibilisiert werden. Auch begrüßt sie die Idee eines berufsgruppenübergreifenden runden Tisches. Ziel sollte eine gemeinsame Leitlinie zur Gewaltprävention für den Gesundheitssektor und die Gesundheitsberufe in Nordrhein-Westfalen sein. Für die Punkte Deeskalation und Beweisführung sind aus Sicht der Pflegekammer NRW geschulte Führungspersonen, die einen offenen Umgang mit dem Thema Gewalt in den Arbeitsstätten pflegen, Gewalterfahrungen erkennen und eine systematische Aufarbeitung ermöglichen, unverzichtbar.

    https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMST18-192.pdf

     

    Literatur zum Thema

    Martin Hoffmann: Aggressive Patienten
    Herausforderung für die Praxis

    Pabst, 2022, 108 Seiten

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