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    Dialysepatienten entwickeln nach einer mRNA-Impfung meist spezifische T-Zellen zur Abwehr gegen Covid-19

    Inwiefern mRNA-Impfstoffe Dialysepatientinnen und -patienten vor einer Infektion mit Varianten des Sars-Cov2-Virus schützen, haben Forschende unter Leitung des Marien Hospitals Herne, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, untersucht. Sie zeigten, dass Menschen, die regelmäßig an die Dialyse müssen, zwar seltener schützende Antikörper gegen Sars-Cov-2 bilden. Viele produzieren nach einer Impfung dennoch Sars-Cov-2-reaktive T-Zellen, die vor einem schweren Covid-19-Verlauf nach einer Infektion mit der Alpha- oder Beta-Variante schützen können.

    Die Ergebnisse beschreibt das Team um Prof. Dr. Nina Babel vom Centrum für Translationale Medizin der Medizinischen Klinik I des Marien Hospitals Herne in der Zeitschrift Journal of American Society of Nephrology, online veröffentlicht am 29. Oktober 2021.

    Das Immunsystem kann so trainiert werden, dass es sich bei einem wiederholten Kontakt mit einem Krankheitserreger an diesen erinnert und ihn neutralisiert, bevor es zu einem Krankheitsausbruch kommen kann. Dieses immunologische Gedächtnis kann nicht nur durch den Kontakt mit dem natürlich vorkommenden Krankheitserreger gebildet werden, sondern auch durch Impfungen.

    Verschiedene Komponenten des Immunsystems analysiert

    Die Forschenden untersuchten verschiedene Komponenten des Immunsystems bei 34 Dialysepatientinnen und -patienten: Antikörper und reaktive T-Zellen. Antikörper erkennen Krankheitserreger nach dem Eindringen in den Körper und können sie neutralisieren, bevor es zu einer symptomatischen Infektion kommt. T-Zellen erkennen infizierte Zellen und können Maßnahmen gegen die Infektion einleiten – auch sie schützen somit vor schweren Erkrankungen.

    Patientinnen und Patienten, die an chronischem Nierenversagen leiden und dialysepflichtig sind, gehören zu einer Risikogruppe für einen schweren Covid-19-Verlauf. „Das Immunsystem von Patienten, die an einer Nierenerkrankung im Endstadium leiden, befindet sich in einem dauerhaft aktivierten Zustand. Das kann dazu führen, dass sie einen schlechteren Immunschutz nach einer Sars-Cov-2-Impfung aufbauen, was wir auch schon bei anderen Impfungen gegen Virusinfektionen beobachten konnten“, sagt Prof. Dr. Timm Westhoff, Direktor der Medizinischen Klinik I. In Zusammenarbeit mit Medizinern aus Dresden zeigte das Team vom Marien Hospital Herne kürzlich, dass aber auch Dialysepatienten von einer Impfung gegen Sars-Cov-2 profitieren (https://news.rub.de/presseinformationen/wissenschaft/2021-10-28-medizin-dialysep...).

    Keine Antikörper, aber T-Zellen

    In der vorliegenden Arbeit überprüften die Forschenden nun, wie gut der Impfschutz bei Dialysepatienten gegen die die Alpha- und Beta-Varianten ausgebildet ist, die erstmals in Großbritannien beziehungsweise Südafrika beschrieben wurden. Das Ergebnis: Nur rund ein Drittel der Patientinnen und Patienten produzierte schützende Antikörper gegen die Alpha- und Beta-Varianten. Mehr als 80 Prozent von ihnen bildete aber spezifische T-Zellen, die Sars-Cov-2 ebenfalls effektiv bekämpfen können.

    „Obwohl die Mehrheit der von uns untersuchten Patientinnen und Patienten keine Antikörper gegen die neuen Virusvarianten bilden konnte, legen unsere Ergebnisse nahe, dass ein Großteil ausreichend reaktive T-Zellen besitzt, um vor schwerem Covid-19 zu schützen,“ fasst Nina Babel ihr Ergebnisse zusammen.

    Kooperationspartner

    Für die Arbeiten kooperierte das Team um Nina Babel mit Dialysepraxen in Schwerte und dem Kuratorium für Hämodialyse in Hagen sowie in der Bismarckstraße in Berlin.

    Förderung

    Die Arbeiten wurden unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (NoChro/Förderkennzeichen 13GW0338B und e:KID/Förderkennzeichen 01ZX1612A) sowie der Stiftung Mercator im Projekt RIMUR.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Nina Babel
    Centrum für Translationale Medizin
    Medizinische Klinik I
    Marien-Hospital Herne
    Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum
    Tel.: +49 2323 4995141
    E-Mail: nina.babel@elisabethgruppe.de

     


    Quelle: https://idw-online.de/de/news779172

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