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Wirtschaftspsychologie, 2025.27:143-158
Wellness für die Seele – Qualitative Evaluation einer positiv-psychologischen Intervention zur Förderung von Vitalität für Mitarbeitende eines sozialen Trägers
Zusammenfassung:
Unternehmen mit pädagogischen Fachkräften sehen Bedarf bei der Stärkung der physischen und psychischen Gesundheit ihrer Angestellten. Besonders Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendhilfe sind tagtäglich mit schwierigen Situationen konfrontiert und hohen emotionalen Belastungen ausgesetzt. Die bisherige Forschung zeigt, dass positiv-psychologische Interventionen (PPI) helfen können, das Wohlbefinden von Individuen zu steigern und depressive Symptome zu verringern. Es fehlen jedoch positiv-psychologische Trainingskonzepte, welche sich der Berufsgruppe der sozialen Träger widmen. Hierzu wurde das ganztägige Interventionstraining Wellness für die Seele zur Förderung der Vitalität konzipiert und qualitativ evaluiert. Das Ziel der Studie bestand darin, Erkenntnisse hinsichtlich der Trainingsbewertung, Lerneffekte und der Transfererwartungen zu gewinnen. Das Training richtete sich an Mitarbeitende einer sozialen Organisation, welche vornehmlich aus Integrationshelfern und Integrationshelferinnen, Familienhelfern und -helferinnen und therapeutischen Fachkräften bestanden. Die Erhebung erfolgte in Form von vier Gruppendiskussionen mithilfe eines halbstandardisierten Interviewleitfaden, unmittelbar im Anschluss an den Trainingstag. Die Gesamtstichprobe bestand aus 22 Teilnehmenden. Die Ergebnisse zeigten, dass die Intervention positiv bewertet wurde und der Einsatz positiv-psychologischer Maßnahmen für Mitarbeitende eines Sozialträgers sinnvoll ist. Außerdem konnte ein Wissenszuwachs in Bezug auf die Positive Psychologie und Vitalität bei den Teilnehmenden festgestellt werden. Die Mitarbeitenden nehmen sich vor, die Ansätze der Positiven Psychologie langfristig in den Arbeitsalltag, z.B. durch regelmäßige Dankbarkeitspraktiken und Stärkenfokussierung, zu integrieren. Die Mitarbeitenden sehen neben dem persönlichen Einsatz der Übungen auch die Möglichkeit, die Techniken nachhaltig bei ihren Klienten und Klientinnen einzusetzen. Die Ergebnisse implizieren zudem Ansätze für weitere Interventionen in der Berufsgruppe. Darüberhinausgehende Forschungsimpulse bspw. hinsichtlich möglicher Wirkungseffekte sowie Limitationen dieser Studie werden diskutiert.
Schlüsselwörter:
Wellness for the soul to promote vitality – A qualitative evaluation of a positive psychological intervention for employees of social agencies
Abstract:
Companies employing educational professionals recognize the need to strengthen the physical and mental health of their employees. In particular, employees in child and youth welfare services face challenging situations daily and are exposed to high emotional stress. Existing research shows that positive psychological interventions (PPIs) can help improve individual well-being and reduce depressive symptoms. However, there is a lack of positive psychology training concepts specifically tailored to the professional group of social care providers. To address this, the full-day intervention training Wellness for the Soul was designed to promote vitality and was qualitatively evaluated. The aim of the study was to gain insights into the training evaluation, learning effects, and expectations for practical transfer. The training targeted employees of a social organization, primarily consisting of integration assistants, family support workers, and therapeutic specialists. The data was collected through four group discussions using a semi-structured interview guide immediately after the training day. The total sample consisted of 22 participants. The results showed that the intervention was positively received and that the application of positive psychology methods is beneficial for employees of a social welfare organization. Additionally, an increase in knowledge about positive psychology and vitality was observed among the participants. Employees expressed their intention to integrate positive psychology approaches into their daily work in the long term, for example, through regular gratitude practices and a strengths-based focus. In addition to personal application, they also see the potential to sustainably implement these techniques with their clients. Furthermore, the results suggest approaches for additional interventions within this professional group. Additional research impulses, such as possible effects and limitations of this study, are discussed.
Keywords: