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rausch – Wiener Zeitschrift für Suchttherapie, 2024.13:200–209
(Sucht-)Selbsthilfe in Österreich: Zahlen und Fakten zur bisherigen Entwicklung und aktuellen Situation
Zusammenfassung:
Der vorliegende Artikel beleuchtet die Entwicklung und Struktur der kollektiven Selbsthilfe in Österreich mit Fokus auf die Suchtselbsthilfe. In Österreich gibt es rund 1 700 Selbsthilfegruppen und -organisationen, davon sind etwa vier Prozent aus dem psychosozialen Bereich einschließlich Sucht. Bei den Suchtselbsthilfegruppen ist das Thema Alkohol am häufigsten vertreten, gefolgt von Essstörungen (Overeaters, Magersucht), Medien- bzw. (Glücks-)Spielsucht, Sex-/Beziehungssucht, (illegale) Drogen, pathologisches Horten („Messie-Syndrom“), Rauchen und Arbeitssucht. Die identifizierten Selbsthilfegruppen zu anderen suchtrelevanten Themen jenseits von Alkohol könnten ein Hinweis auf gestiegenes Bewusstsein für substanzungebundene Süchte in den letzten Jahren sein. Der Übergang zwischen professionell angeleiteter Suchtselbsthilfe und selbstorganisierten Selbsthilfegruppen/-organisationen ist fließend. Die Gründung von Selbsthilfeorganisationen zum Thema Alkohol fand zeitgleich mit dem Aufbau professioneller Therapieangebote statt. Selbsthilfegruppen gelten heutzutage als wichtiger Teil der Angebotslandschaft. Gesundheitseinrichtungen und Fachleute aus den Gesundheitsberufen können sich anhand der Selbsthilfegruppenverzeichnisse und Websites der Selbsthilfeorganisationen über existierende Gruppen informieren, um Patientinnen und Patienten auf die Teilnahmemöglichkeit hinzuweisen und um Kooperationen aufzubauen. Einen möglichen Kooperationsansatz bilden die „Selbsthilfefreundlichen Gesundheitseinrichtungen“.
Schlüsselwörter:
Abstract:
This article focusses on the development and structure of collective self-help in Austria, with a special emphasis on addiction self-help. There are around 1,700 self-help groups and organisations in Austria, of which around four percent are from the psychosocial field, including addictions. Alcohol is the most common topic among addiction self-help groups, followed by eating disorders (overeating, anorexia), media or gambling addiction, sex/relationship addiction, (illegal) drugs, pathological hoarding (‘messie syndrome’), smoking and work addiction. The existence of self-help groups on addiction topics other than alcohol may indicate an increased awareness of non-substance-related addictions in recent years. The distinction between professionally guided addiction self-help and self-organised self-help groups/organisations is not clear-cut. The founding of self-help organisations for alcohol coincided with the development of professional therapy services. Today, self-help groups are regarded as an important part of the service landscape. Healthcare institutions and healthcare professionals can find out about existing groups via self-help group directories and websites of self-help organisations in order to inform patients about the possibility of participating and to establish cooperations. The ‘self-help-friendly healthcare facilities’ initiative shows one possible approach for increased cooperation.
Keywords: