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rausch – Wiener Zeitschrift für Suchttherapie, 2024.13:270–278

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Elmar Sturm
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rausch – Wiener Zeitschrift für Suchttherapie
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04-06-2024
DOI:
10.2440/002-0024

Aspekte einer „hybriden“ ambulanten Drogenselbsthilfe im Spannungsfeld von akzeptanz- und abstinenzorientierten Ansätzen. Aktivitäten und Erfahrungen des Vereines „Drogenselbsthilfe Vorarlberg“

Zusammenfassung:

Die Geschichte verschiedener Ansätze und Initiativen der ambulanten Drogenselbsthilfe im Österreichischen Bundesland Vorarlberg reicht bis mindestens in die späten 1970er Jahre zurück. Drogenselbsthilfe wird auch heute noch von vielen als ausschließlich abstinenzorientierte Drogenselbsthilfe verstanden. Der 2018 gegründete Verein „Drogenselbsthilfe Vorarlberg“ vertritt demgegenüber einen „hybriden“ Ansatz von abstinenzorientierten und konsumakzeptierenden Aktivitäten und Angeboten. Nach der Beschreibung der Vorgeschichte und der Entstehungsbedingungen in Zusammenhang mit dem Netzwerk Vorarlberger Drogenhilfe – hier spielen auch die Drogenselbsthilfevereine „Starke Süchtige“ und „Ex & Hopp“ in Dornbirn sowie „do it yourself“ in Bludenz eine wichtige Rolle – wird von einigen Projekten, Aktivitäten und Erfahrungen dieses Netzwerkes und des Vereines berichtet. Es wird der Frage nachgegangen: Was soll eine „hybride“ Drogenselbsthilfe sein? Unsere Haltung und unser Selbstverständnis von ambulanter Drogenselbsthilfe werden erläutert. Es werden Anliegen für eine bessere Patientenorientierung und Patientenbeteiligung in der Suchtbehandlung und in der Drogenhilfe, bzw. auch in anderen Hilfesystemen oder Gesellschaftsbereichen formuliert, bis hin zu Forderungen nach einer wissenschaftlich fundierten und integrativen Sucht- und Drogenpolitik. Damit würden Stigmatisierung, Selbststigmatisierung und Diskriminierung verringert, eine möglichst selbstbestimmte Persönlichkeitsentwicklung gefördert, das Selbstbewusstsein erhöht, die Isolation und Einsamkeit reduziert und die gesellschaftliche Teilhabe von Drogengebrauchenden und ihrer Angehörigen verbessert.

Schlüsselwörter:

ambulante Drogenselbsthilfe, Abstinenzorientierung, Akzeptanzorientierung Stigmatisierung, Selbststigmatisierung, Diskriminierung, Peerarbeit, Netzwerkarbeit, Selbstbestimmung, Opioidsubstitutionsbehandlung, Behandlungs- und Betreuungsqualität, Drogenpolitik

Abstract:

The history of various approaches and initiatives in self-help for drug users in the Austrian state of Vorarlberg goes back to at least the late 1970s. Even today, many people still see self-help for drug user as exclusively abstinence-oriented. The Drug Self-Help Association Vorarlberg, founded in 2018, represents a ‘hybrid’ approach of abstinence-oriented and consumption-accepting activities and offers. After describing the history and the conditions under which it came into being in connection with the Vorarlberg drug aid network some of the projects, activities and experiences of this network and the Club are reported. In this context the drug self-help associations ‘Starke Süchtige’ and ‘Ex & Hopp’ in Dornbirn, as well as ‘do it yourself’ in Bludenz also play an important role. The question is examined – What should a ‘hybrid’ self-help for drug user be? Our attitude and our selfimage of outpatient self-help for drug users are explained. Concerns for better patient orientation and patient participation in addiction treatment and drug help, as well as in other help systems or areas of society, are formulated, including demands for a scientifically based and integrative addiction and drug policy. This would reduce stigmatization, self-stigmatization and discrimination, promote self-determined personal development, increase self-confidence, reduce isolation and loneliness and improve the social participation of drug users as well as their relatives.

Keywords:

outpatient self-help for drug users, abstinence orientation, acceptance orientation, stigmatization, self-stigmatization, discrimination, peer work, networking, self-determination, opioid substitution treatment, quality of treatment and care, drug policy.
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