Artikeldetailansicht
Bestätigung des Status-Codes (nur bei kostenpflichtigem Kauf)
Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin 2023.44:504–517
Supervision als Kultur der (Selbst-)Hinterfragung und (Selbst-)Kritikfähigkeit
Zusammenfassung:
Psychotherapie und Supervision können ihrem methodischen Selbstverständnis nach nicht darauf verzichten, ihre eigenen Bedingungen und Voraussetzungen kritisch zu hinterfragen. Psychotherapie wird dabei als Prozess aufgefasst, der sich ganz wesentlich durch kontinuierliche selbstkritische Befragung und Legitimation definiert. Die kritische Selbstprüfung findet vor allem in der Supervision statt, wobei der Ausbildungssupervision eine besondere Rolle als „Schule der Hinterfragens“ zuerkannt wird. „Hinterfragen“ bedeutet in diesem Zusammenhang die systematische, geplante Offenlegung, Benennung und Diskussion der Ausgangs- und Rahmenbedingungen der Supervision, das Explizit-machen dieser Bedingungen. Das bedeutet, dass in der Supervision nicht nur Wissensdefizite behandelt werden, sondern auch prozedurales
Wissen und schließlich auch die Bereitschaft zur Selbstkritik und damit die Kritik an der eigenen Person verhandelt werden. In diesem Verständnis ist „Supervision“ gekennzeichnet durch eine Haltung, eine Bereitschaft, sich in seinem therapeutischen und supervisorischen Handeln in Frage zu stellen und diese Haltung im Supervisions- auch im Therapieprozess konstruktiv einzusetzen und zu nutzen. Der Ablauf dieses Prozesses wird dargestellt im Hinblick auf Anlässe, Ebenen und Schritte des Hinterfragens.
Schlüsselwörter:
Supervision as a means of continuos self-critical questioning and legitimization in psychotherapy
Abstract:
According to their methodological self-image, psychotherapy and supervision cannot do without critically scrutinizing their own conditions and prerequisites. Psychotherapy is understood as a process that is essentially defined by continuous self-critical questioning and legitimization. Critical self-examination takes place primarily in supervision, whereby training Beeinflussupervision is given a special role as a ‘school of questioning’. In this context, ‘questioning’ means the systematic, planned disclosure, naming and discussion of the initial and framework conditions of supervision, making these conditions explicit. This means that supervision not only addresses knowledge deficits, but also procedural knowledge and, ultimately, the willingness to self-criticize and thus criticize oneself. In this understanding, ‘supervision’ is characterized by an attitude, a willingness to question oneself in one’s therapeutic and supervisory actions and to use and apply this attitude constructively in the supervision and therapy process. The course of this process is described with regard to occasions, levels and steps of questioning.
Keywords: