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rausch – Wiener Zeitschrift für Suchttherapie, 2026.15:196-201
Spielersperre vollzogen vs. Spielersperre erwogen – eine vergleichende Analyse auf Basis von Daten des Glücksspielsurveys 2023
Zusammenfassung:
Ein wesentliches Merkmal einer problematischen Teilnahme am Glücksspiel ist der Mangel an Kontrolle über das eigene Spielverhalten. Die Betroffenen sind oft nicht mehr in der Lage, selbst gesetzte Limits hinsichtlich Spielfrequenz, Spieldauer und Geldeinsatz einzuhalten. Die Spielersperre stellt für diesen Personenkreis eine wichtige Maßnahme des Spielerschutzes dar, erzwingt sie doch eine Auszeit vom Spielen und ermöglicht so eine Reflexion des eigenen Verhaltens und die Initiierung der Inanspruchnahme von Hilfeangeboten. In der vorliegenden Untersuchung wird erstmalig eine Differenzierung zwischen Personen vorgenommen, die eine Sperre in Anspruch nahmen und denjenigen, die dies in Erwägung gezogen haben. Datengrundlage ist eine querschnittliche Befragung der Bevölkerung in Deutschland zum Thema Glücksspiel (2023; N = 12 308). Danach haben sich 1.0 Prozent aller Personen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren, die in ihrem Leben Glücksspiele um Geld gespielt haben, schon einmal für die Teilnahme an einem Glücksspiel sperren lassen (SV). Weitere 1.4 Prozent zogen dies zumindest in Erwägung (SÜ). Werden die beiden Gruppen miteinander verglichen, so zeigen sich zahlreiche (statistisch bedeutsame) Unterschiede. Beispielsweise findet sich in der Gruppe SÜ ein höherer Anteil von 18- bis 39-Jährigen sowie Personen, die einen Migrationshintergrund haben. Ferner ist in dieser Gruppe die Akzeptanz der Spielersperre deutlich geringer ausgeprägt. Insgesamt deuten die Befunde der vorgenommenen deskriptiven Analysen darauf hin, dass die Möglichkeiten, Menschen, die von Glücksspielproblemen betroffen sind, zur Aktivierung einer Spielersperre zu bewegen, noch nicht ausgeschöpft sind. Dies gilt insbesondere für die Gruppe problematisch spielender jüngerer Erwachsener.
Schlüsselwörter:
Abstract:
A key characteristic of problem gambling is a lack of control over one’s gambling behavior. Those affected are often no longer able to adhere to self-imposed limits regarding frequency, duration, and stakes. For this group, self-exclusion represents an important player protection measure. It enforces a break from gambling, thereby enabling reflection on one’s own behaviour and the initiation of help-seeking. This study is the first to differentiate between individuals who have utilized self-exclusion and those who have considered doing so. The data is based on a cross-sectional survey of the German population regarding gambling (2023; N = 12,308). According to the survey, 1.0 percent of all individuals aged 18 to 70 who have gambled for money at some point in their lives have already self-excluded. A further 1.4 percent have at least considered doing so. A comparison of the two groups reveals numerous (statistically significant) differences. For example, the group of those having considered self-exclusion includes a higher proportion of 18- to 39-year-olds and individuals with a migration background. Furthermore, acceptance of self-exclusion is significantly lower in this group. Overall, the findings of the descriptive analyses suggest that the potential for motivating people affected by gambling problems
to utilize self-exclusion has not yet been fully realized. This applies particularly to the group of younger adults exhibiting problem gambling behaviour.
Keywords: