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DHS Jahrbuch Sucht 2026, 185-199
Essstörungen
Zusammenfassung:
Anzeichen für ein gestörtes Essverhalten zeigen in der Welle 2 der KiGGSStudie 19,8 % der deutschen Jugendlichen, wobei Mädchen deutlich häufiger betroffen sind. Die Zahlen werden von internationalen Studien gestützt, bei denen bis zu 22,4 % der Kinder und Jugendlichen Essstörungssymptome aufweisen, wobei essgestörtes Verhalten bei höherem Gewicht häufiger auftritt. Genaue Prävalenzen klinisch manifester Essstörungen lassen sich jedoch nur schwer bestimmen, da die berichteten Werte stark variieren. Es ist davon auszugehen, dass in westlichen Ländern bis zu 18 % der jungen Frauen und bis zu 2 % der jungen Männer bis zum frühen Erwachsenenalter an einer Essstörung erkrankt sind. Personen aus marginalisierten Gruppen scheinen stärker gefährdet zu sein, eine Essstörung zu entwickeln. Repräsentative Daten aus
Deutschland zeigen in den letzten zwei Jahrzehnten einen Anstieg gestörten Essverhaltens bei Frauen, insbesondere bei unter 20-Jährigen und jenen im mittleren Lebensalter. Auch manifeste Essstörungen treten vor allem bei jungen Frauen, aber auch bei jungen Männern offenbar zunehmend auf. Essstörungen sind mit erheblichen Einbußen in der Lebensqualität, einer deutlich erhöhten Mortalitätsrate und hohen Kosten für das Gesundheitswesen verbunden.
Abstract:
In wave 2 of the KiGGS study, 19.8 % of German adolescents showed signs of disordered eating, with girls being affected considerably more often than boys. These findings are supported by international studies reporting that up to 22.4 % of children and adolescents show symptoms of eating disorders, with disordered eating behaviors occurring more frequently among individuals with higher body weight. However, precise prevalence estimates of clinical eating disorders are difficult to determine, as reported rates vary substantially. It is estimated that in Western countries, up to 18 % of young women and up to 2 % of young men are affected by an eating disorder by early adulthood. Individuals from marginalized groups appear to be at increased risk of developing an eating disorder. Representative data from Germany indicate an increase in disordered eating behaviors among women over the past two decades, particularly among those under the age of 20 and women in midlife. Clinical eating disorders also appear to be increasingly prevalent, especially among young women, but also among young men. Eating disorders are associated with substantial impairments in quality of life, markedly elevated mortality rates, and considerable costs to the healthcare system.