NEWS - weiterlesen

    Hämodynamisches Monitoring mit NIRS: nicht-invasiv - und künftig universell einsetzbar

    Monitoring in der Intensivmedizin: Die nicht-invasive Überwachung der zerebralen Sauerstoffsättigung mit Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIRS) findet immer weitere klinische Verbreitung, berichten Professor Dr. Matthias Heringlake u.a. (Universitätsklinik Lübeck) in Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung 2/2020.

    "Im Gegensatz zur pulsoxymetrischen Bestimmung der arteriellen Sauerstoffsättigung kann mit NIRS die Sauerstoffsättigung in Geweben auch unter den Bedingungen eines nicht pulsatilen Flusses bestimmt und so das Verhältnis von Sauerstoffangebot und Bedarf in einer spezifischen Region des Körpers - z.B. in einem isolierten Organsystem - erfasst werden. Primär als nicht-invasives Monitoring-System zur Überwachung der cerebralen Oxygenierung entwickelt, wird die Technologie auch zunehmend als ?somatisches? Monitoring zur indirekten Abschätzung der Sauerstoffbalance eingesetzt, indem z.B. neben der cerebralen Sauerstoffsättigung auch die Oxygenierung der Extremitätenmuskulatur evaluiert wird."

    Studien - v.a. im Bereich der perioperativen Versorgung herzchirurgischer Patienten - belegen, "dass die Überwachung bzw. die Aufrechterhaltung einer ausreichenden cerebralen Oxygenierung zu einer signifikanten Reduktion von neurologischen Komplikationen - Schlaganfall, Koma, kognitive Dysfunktion - führen kann." Andere Studien belegen: Gelingt es, eine "Entsättigung" unter den präoperativen Ausgangswert zu vermeiden, können Patienten früher aus der Intensivbehandlung entlassen werden.

    Heringlake berichtet über Studien, die belegen, dass mit NIRS die cerebrale Autoregulation vergleichbar präzise wie mit der transkraniellen Dopplersonografie bestimmt werden kann - mit einem wesentlich geringeren technischen Aufwand. Das Verfahren "wird perspektivisch in den nächsten Jahren sicherlich noch weitere Verbreitung auch außerhalb der kardiovaskulären Medizin finden und hat das Potential zu einem universell einsetzbaren Routinemonitoring."

    M. Heringlake, C. Schmidt: Hämodynamisches Monitoring: Quo vadis? - NIRS: das ideale nicht-invasive Monitoring?

    M. Heringlake, S. Brandt: Hämodynamisches Monitoring - Möglichkeiten und Grenzen im Alltag: Pulmonale oder transpulmonale Thermodilution - Eine kritische Bewertung

    in:Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung 2-2020, S. 46-53

    zur Zeitschrift im Shop