Es ist wichtig, "Patienten auf der Warteliste regelmäßig kardiologisch untersuchen zu lassen; denn die Progression der Atherosklerose ist bei Dialysepatienten besonders ausgeprägt. Insgesamt bessert sich das kardiovaskuläre Risiko beim Wechsel von der Dialyse zur Nierentransplantation dramatisch; dies ist einer der Gründe, warum eine Nierentransplantation - soweit möglich - angestrebt werden sollte.
Allerdings kann die Immunsuppression ihrerseits mit einer Erhöhung des kardiovaskulären Risikos einhergehen: Calcineurininhibitoren (z.B. Cyclosporin) sind dafür bekannt, dass sie zur Gefäßverengung führen und eine Hypertonie hervorrufen oder aggravieren; mTOR-Inhibitoren (z.B. Rapamune) verschlechtern das Lipidprofil. In der Klinik ist daher die optimale Einstellung der Risikofaktoren entscheidend, insbesondere Blutdruck, Diabetes und Hyperlipidämie müssen engmaschig überwacht werden. Patienten nach Nierentransplantation und kardiovaskulärem Ereignis sollten nach den kardiologischen Leitlinien und KDIGO-Empfehlungen eine Sekundärprophylaxe erhalten."
Akademie Niere (Hrsg.): Lehrbuch für Nieren- und Hochdruckkrankheiten 2022
pabst. 2022, 774 Seiten, Hardcover