Die Empfehlung einer mediterranen Ernährungsweise ist bereits auf den ersten Blick plausibel, da Krebs im Mittelmeerraum wesentlich seltener auftritt als im nördlichen Europa. Adipositas ist für Delbrück ein entscheidender Risikofaktor. Denn:
- Fettgewebe produziert Adipokine und andere Faktoren, die das Zellwachstum anregen
- Im Fettgewebe werden Östrogene gebildet, die nach den Wechseljahren das Krebswachstum fördern
- Das Gewebe Übergewichtiger fördert die Invasion und Ausbreitung von Krebszellen
- Fettdepots begünstigen eine Insulinresistenz, die kompensatorisch zur Bildung insulinähnlicher Wachstumsfaktoren beiträgt
- Zwischen Insulin und dem Fettstoffwechsel bzw. dem Östrogen- und Insulinhaushalt bestehen Wechselwirkungen, die Krebsentwicklungen beeinflussen
- Bewegungsarmut fördert das Krebswachstum
- Übergewichtige haben häufig eine Fettleber, die Krebs begünstigt
- Die mammographische Erkennung eines Tumors ist bei übergewichtigen Frauen erschwert - und daher häufig verspätet
Als erfahrener Onkologe begründet Delbrück alle Informationen und Empfehlungen ebenso wissenschaftlich differenziert wie verständlich. Im Anhang bietet er ein Glossar, das die wichtigen Fachbegriffe erläutert. Nach der - vielleicht nur ausschnittweisen - Lektüre des Buchs haben Frauen viel über ihren Körper und ihre Gesundheit gelernt.
Delbrück, Hermann (Hrsg.) Brustkrebs vermeiden
Pabst, 2015, 256 Seiten