Häufig besteht der Wunsch, passiv behandelt zu werden und die Verantwortung bei TherapeutInnen abzuladen. "Anfälle in Kombination mit diesem Verhalten können dazu führen, dass der Körper zu etwas Fremdem wird. Das gilt vor allem dann, wenn sich der Körper durch Nebenwirkungen der Medikamente oder durch operative Eingriffe verändert. Insbesondere, wenn Behandlungserfolge ausbleiben und unangenehme Nebenwirkungen auftreten, wollen manche diesen Körper nur noch loswerden. Im Denken einiger PatientInnen sind die ÄrztInnen verantwortlich für Misserfolge und Nebenwirkungen. Dieses Denken schreibt die Hilflosigkeit und die Entfremdung vom eigenen Körper fort und verstärkt damit das Krankheitsempfinden.
Das Konzept "Selbst Handeln" stellt sich derartigen Trends offensiv entgegen; es empfiehlt einerseits die Zusammenarbeit mit TherapeutInnen. Anderseits eröffnet es Betroffenen reichhaltige Chancen, eine persönliche Expertise für die individuell eigene Krankheit zu entwickeln - z.B.: zu erkennen,
- welche elementaren Zusammenhänge wissenschaftlich gesichert und welche Mythen falsch sind (Heft 1)
- was die Entscheidung für ein Selbst-Handeln möglich macht und langfristig bedeutet (Heft 2)
- wie mit der Umwelt sinnvoll über Anfälle gesprochen werden kann (Heft 3)
- welche individuellen Möglichkeiten und Risiken Medikamente bieten (Heft 4)
- welche Anlässe und Bedingungen das Anfallsrisiko steigern (Heft 5)
- wie wir mit unserer Selbstwahrnehmung unserer Gesundheit Gutes tun (Heft 6)
- wie wir Warnzeichen erkennen und mit gezielten Gegenmitteln Anfälle abwehren (Heft 7)
- welche Kraft positive Gedanken auslösen (Heft 8)
- wie wir mit Stress konstruktiv umgehen (Heft 9)
- wie wir innere Konflikte lösen (Heft 10)
- wie wir mit außergewöhnlichen Erfahrungen und häufigen Symptomen möglichst gelassen umgehen (Heft 11)
- wie wir nicht gegen die Krankheit, sondern für die Gesundheit kämpfen und damit innerlich wachsen (Heft 12)
Literatur zum Thema
Gerd Heinen, Rosa Michaelis, Siegward Elsas:
Selbst-Handeln bei Anfällen; 12 Arbeitshefte
Pabst, ISBN 978-3-95853-675-3