Als Ausgangsbasis sehen die Autoren eine enge Kooperation von gesellschaftlichen Gruppen, Politik und Wirtschaft. "Im Bereich der organisatorischen und institutionellen Strategien haben sich vor allem regionale Entwicklungsinitiativen, Netzwerkstrukturen sowie sogenannte starke Persönlichkeiten und Trendsetter als Erfolgsfaktoren herauskristallisiert. In den meisten Räumen werden diese Persönlichkeiten durch politische Entscheidungsträger und/oder Unternehmer repräsentiert. Von besonderer Bedeutung ist dabei deren hoher persönlicher Einsatz und das hohe Engagement, die Aufgeschlossenheit gegenüber Innovationen und visionäres Handeln."
Zentrale Handlungsempfehlungen werden konkretisiert, v.a.:
- Ausreichende, schnelle und unbürokratische Bereitstellung von Flächen für Gewerbe und Industrie
- Regions- bzw. landkreiseigene Aus- und Fortbildung des benötigten Arbeitnehmer-Potentials
- Schaffung individueller Lösungen für die Bereitstellung zeitgerechter Kommunikationsinfrastruktur
- Förderung der Familienfreundlichkeit in Unternehmen und Verwaltung
- Auf- und Ausbau wirtschaftsfreundlicher Strukturen in der Verwaltung
- Strategien zur optimalen Akquirierung von Fördermitteln - insbesondere Nutzung der Möglichkeiten der europäischen Regional- und Strukturpolitik
- Vernetzung regionaler Unternehmen durch Förderung betrieblicher Netzwerke
- Aufbau und Pflege von Clusterstrukturen
- Unterstützung von Unternehmensneugründungen und Innovationen v.a. durch die Gründung von Innovations- und Gründerzentren
- Ausstattung von Standorten mit wirtschaftsnaher Infrastruktur und Servicestruktur
- Schaffung eines wirtschaftsfreundlichen Klimas in Verbindung mit schnellen und flexiblen Verwaltungs- und Genehmigungsverfahren
Für eine Region ist es wichtig, dass es zu einer Balance zwischen dem Einsatz regionaler Ressourcen und dem daraus resultierenden Ertrag kommt. Regionalpolitik sollte sich darauf konzentrieren, dieses Verhältnis langfristig im Lot zu halten, warnen die Autoren. Bisher haben regionale Wirtschaftsförderer ihre Aufgabe v.a. darin gesehen, neue Gewerbeflächen zu erschließen, die Energie- und Wasserversorgung zu kapitalisieren und große Unternehmen mit Vergünstigungen anzulocken - oft einseitig zulasten der Region. Dies mag gelegentlich auch weiterhin gerechtfertigt sein. Doch entscheidend sind mittlere und kleinere Unternehmen, die günstige Bedingungen, Beratung und oft auch Kapital benötigen.
Wolfgang George, Thomas Berg (Hrsg.) Regionales Zukunftsmanagement, Band 6: Regionalökonomie
Pabst, 392 Seiten, Paperback ISBN 978-3-89967-774-4
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