Gerade auf Intensivstationen wird den Pflegekräften vieles abverlangt. Aufgrund der hohen Technisierung und der teilweise komplexen Versorgungssituation ist der Einstieg vor allem für Berufsanfänger extrem herausfordernd und erfordert eine gut geplante Einarbeitung. Dabei sollten immer die Ziele im Auge behalten werden, die neuen Mitarbeiter auf die Bewältigung der anstehenden Aufgaben strukturiert vorzubereiten und die dafür notwendigen Kompetenzen anzubahnen. Die Möglichkeit einer individuellen Kompetenzentwicklung sollte jederzeit gegeben sein.
Um diese Ziele zu erreichen, rät Bolte allen Intensivstationen, ein strukturiertes Einarbeitungskonzept zu erarbeiten. Darin sollte klar definiert sein, welche Inhalte im Rahmen der Einarbeitung vermittelt werden sollen. Außerdem müssen angepasste Schulungskonzepte zur Vermittlung theoretischer und praktischer Fähigkeiten erstellt werden. Um diese Konzepte anschaulich und verständlich umzusetzen, sind engagierte und kompetente MentorInnen unerlässlich.
Einfühlsame, verständnisvolle und nicht zuletzt motivierte MentorInnen bzw. PraxisanleiterInnen sind für Berufsanfänger in der Pflege nicht nur hilfreich, sondern unerlässlich. Vor allem im fachlich wie persönlich stark fordernden Bereich der Intensivpflege müssen Ängste und Unsicherheiten der Einzuarbeitenden wahr- und ernstgenommen werden, um eine Überforderung zu vermeiden. Im Anschluss an die Wissensvermittlung ist es außerdem sinnvoll, dass die Einsteiger zunächst gemeinsam mit ihren MentorInnen in der direkten Patientenversorgung tätig werden.
Fazit: Nur durch eine strukturierte und kompetente Einarbeitung kann eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung stattfinden. Das gilt neben der Intensivstation selbstredend auch für andere Pflegebereiche. Es ist dementsprechend „an der Zeit, die Bedeutung einer gezielten Einarbeitung hervorzuheben und diese in den Fokus der Organisationen zu rücken“.
Literatur:
Christina Bolte: Einarbeitung neuer Mitarbeiter in der Intensivpflege – wie kann es gelingen? Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung (29. Symposium Intensivmedizin und Intensivpflege Bremen). Pabst 2019, S. 23–26. ISSN 0941-4223