"Nahrungsfaserstoffe, die im ´ganzen´ Gemüse oder Obst enthalten sind, verkürzen die Transitzeit im Gastrointestinaltrakt. Der kaliumhaltige Speisebrei kommt in diesem Fall nur kurze Zeit in Kontakt mit der Darmschleimhaut, und entsprechend geringer fällt die Kaliumresorption aus. Durch ihre Quellfähigkeit erhöhen Nahrungsfasern zusätzlich das Stuhlvolumen und verringern so das Risiko einer chronischen Obstipation," erläutert Contzen.
Obstipation ist bei Nierenpatienten ein häufiges Problem - und assoziiert mit der Krankheitsprogression, "kardiovaskulären Ereignissen sowie Mortalität. Ein längerer Darmtransit führt zu einer höheren Aufnahme von Urämietoxinen; Obstipationszustände sind also zu vermeiden," berichtet Dr. Susanne Fleig in ´Nieren- und Hochdruckkrankheiten´. "Die Mikrobiota im Darm sind vielfältig; während sogenannte proteolytische Bakterien für die Produktion der Urämietoxine verantwortlich sind, können symbiotische saccharolytische Bakterien aus Ballaststoffen (= Obst und Gemüse) auch sehr nützliche Metabolite generieren, wie z.B. kurzkettige Fettsäuren. Diese sorgen für eine alkalische Umgebung, mindern die endogene Säurelast, dienen den Colonepithelzellen als Energielieferant und sorgen so auch für eine gesündere Epithelbarriere - d.h. letztlich weniger Inflammation. Damit helfen Ballaststoffe (aus Obst und Gemüse), ein gesundes Verhältnis der Mikrobiota im Darm zu halten."
Barbara Contzen fasst die Vorteile der Obst- und Gemüse- Ernährung zusammen: "keine (kaliumhaltigen) Zusatzstoffe, eine reduzierte postprandiale Kaliumlast, weniger Obstipation, viele gesunde Mikronährstoffe, ´gutes Futter´ für das Mikrobiom, zufriedenere Patienten."